Deutschland rät Indien: Ignoriert irritierenden Druck der USA und kauft weiterhin iranisches Öl

Deutschland rät Indien: Ignoriert irritierenden Druck der USA und kauft weiterhin iranisches Öl
Symbolbild. Ein Arbeiter läuft auf Kesselwagen entlang, um den Füllstand an einem Ölterminal am Stadtrand von Kolkata, Indien zu überprüfen.
Indien und der Iran sind trotz der Unzufriedenheit Washingtons gute Partner im Ölhandel - und sie sollten weiterhin zusammenarbeiten, wenn sie dies wünschen, erklärte der Staatsminister im Auswärtigen Amt Niels Annen bei einem Besuch in Neu-Delhi.

Ich bin kein Handelsvertreter für den Iran, aber ich habe den Eindruck, dass Indien bereit ist, weiterhin Öl aus dem Iran zu kaufen, und das wird eine sehr wichtige Aussage sein", sagte Annen gegenüber indischen Medien. Er fügte hinzu, die Versuche der USA, ihre Verbündeten zu zwingen, sich neuen antiiranischen Sanktionen anzuschließen, seien "irritierend, um es milde auszudrücken".

Indien, das von Rohölimporten abhängig ist, stellt nach China den wichtigsten Ölkunden des Irans dar. Trotzdem kaufte Indien im Juni 15,9 Prozent weniger Rohöl aus dem Iran als im Mai. Danach drohte der Iran damit, alle Privilegien im bilateralen Handel mit Indien, einschließlich Zahlungen in Rupien, auszusetzen.

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Letzte Woche berichtete Reuters, das indische Ölministerium hätte die Raffinerien darum gebeten, sich auf eine "drastische Reduzierung oder der Einstellung" von iranischen Ölimporten ab November vorzubereiten, wenn die US-Sanktionen gegen den Iran beginnen.

"Indien hat die Raffinerien gebeten, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, da sich die Situation noch in der Entwicklung befindet. Es könnte eine drastische Reduzierung oder gar keine Importe geben", schrieb Reuters.

Während Indien einseitige US-Sanktionen gegen den Iran nicht anerkennt, ist das Land dem US-Finanzsystem ausgesetzt und könnte ins Kreuzfeuer geraten. Washington könnte indische Firmen und Banken ins Visier nehmen, die Geschäfte mit dem Iran machen.

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