Schweizer Finanzmarktaufsicht: Rothschild Bank in Geldwäscheskandal verwickelt

Schweizer Finanzmarktaufsicht: Rothschild Bank in Geldwäscheskandal verwickelt
Baron David de Rothschild, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Rothschild Gruppe
Die Schweizer Finanzmarktaufsicht hat der Rothschild Bank AG und ihrer Treuhandgesellschaft vorgeworfen, gegen das Geldwäschereigesetz im Zusammenhang mit dem in Schwierigkeiten geratenen malaysischen Staatsfonds 1MDB zu verstoßen.

Sowohl die Rothschild Bank AG als auch die Rothschild Trust AG sollen nach Angaben der Aufsichtsbehörde nicht überprüft haben, woher die Vermögenswerte eines Kunden stammen. Die Firmen ignorierten angeblich die Anzeichen, dass die Gelder mit Geldwäsche in Verbindung gebracht werden könnten, und nahmen das Geld trotzdem an. Auch den Unternehmen der Familie Rothschild wird nun vorgeworfen, zu spät darüber zu berichten.

Insbesondere verstoßen sie gegen die Sorgfalts-, Melde- und Dokumentationspflichten", so die Finanzmarktaufsicht (FINMA) in einer Stellungnahme. "FINMA wird einen Prüfer ernennen, der die von den Institutionen bereits eingeführten Verbesserungen überprüft."

"Wir stärken ständig unsere Systeme und Verfahren und sind entschlossen, dies auch weiterhin zu tun, um die immer raffiniertere Finanzkriminalität der Branche zu erkennen und zu bekämpfen", erklärte der Sprecher der Bank bezüglich der Forderungen der FINMA gegenüber Reuters.

Bereits im Jahr 2011 wurde eine Untersuchung gegen 1Malaysia Development Berhad (1MDB) wegen angeblicher illegaler Praktiken eingeleitet. Die oberste Leitung der Institution steht unter Verdacht der gemeldeten Veruntreuung von Geldern, die für staatliche Wirtschaftsförderungsprojekte bestimmt sind. Das FBI schloss sich dem Fall vor drei Jahren mit Ermittlern aus Hongkong, Singapur, Luxemburg, den VAE, den Seychellen und Australien an.

Die Untersuchung führte Anfang des Jahres bereits zur Festnahme des ehemaligen malaysischen Premierministers Najib Razak. Der Politiker wurde des angeblichen Vertrauensbruchs und des Missbrauchs von Staatsgeldern beschuldigt.

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