Polizeieinsatz bei Amazon: Verletzte und Festnahmen beim Streik zum Schnäppchentag in Spanien

Polizeieinsatz bei Amazon: Verletzte und Festnahmen beim Streik zum Schnäppchentag in Spanien
Amazon-Lager nahe Madrid: Spanische Polizisten bewachen die Liefereingänge während des dreitägigen Streiks für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen.
Prime Day, Prime Target, Prime Billionaire bei Amazon. Während zum Prime-Day-Schnäppchentag des Versandriesen streikende Arbeiter zum Ziel der Polizei werden, wird Amazon-Boss Jeff Bezos mit 150 Milliarden US-Dollar zum reichsten Menschen der neueren Geschichte.

Arbeitsniederlegungen der Amazon-Belegschaft begleiteten Anfang der Woche den diesjährigen Schnäppchentag "Prime Day" des Versandgiganten an dessen Standorten in Deutschland, Polen und in Spanien. Am größten spanischen Amazon-Auslieferungszentrum nahe der Hauptstadt Madrid kam es dabei während des zweiten Streiktages am vergangenen Dienstag zu einem Einsatz der Polizei gegen die Streikenden. Nach Angaben der Beteiligten des Streiks habe die Polizei dabei "grundlos" mit Schlagstöcken auf sie eingeschlagen, einen der Arbeiter im Gesicht verletzt und drei weitere festgenommen.

Kreise der Belegschaft und weitere Stimmen berichteten, dass die Polizei mit Gewalt gegen die friedlichen Aktionen der Streikenden vorgegangen wäre, als diese die Liefereinfahrten für LKWs blockiert hätten.

Wird bestreikt: Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld

Seit Jahren kämpfen die Belegschaften von Amazon zusammen mit den Gewerkschaften europaweit für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

Wiederholt kam es dabei auch bereits zu Streiks an Amazon-Standorten in Europa, wie im vergangenen März in Spanien und im November 2017 anlässlich der sogenannten "Black-Friday"-Verkaufsaktion in Deutschland, Frankreich und Italien.

Prime Day bei Amazon - und den Gewerkschaften

Vor vier Jahren rief Amazon seinen Schnäppchentag "Prime Day" ins Leben. Laut Washington Post, die seit 2013 dem Amazon-Boss Jeff Bezos gehört, beschert diese Verkaufsaktion dem Online-Giganten einerseits jeweils rasante Verkaufs- und Umsatzzuwächse, sowie andererseits enorme Herausforderungen hinsichtlich Logistik und Kundenzufriedenheit. Dies schafft entsprechend empfindliche Punkte für wirksame Arbeitskampfmaßnahmen der Mitarbeiter und Gewerkschaften gegen den Konzern. Bislang hat Amazon durch Ausweichen auf andere seiner europaweiten Standorte die Nase vorn gegenüber dem Versuch der Belegschaften und Gewerkschaften, europaweit koordiniert gegen den Versandriesen vorzugehen.

Insgesamt läuft daher alles gut dieser Tage für Amazon und Jeff Bezos, den Gründer und Chef des milliardernschweren Online-Händlers - speziell für sein geschätztes Privatvermögen. Denn aktuell ist Bezos der Reichste der Reichen und mit gut 150 Milliarden US-Dollar der reichste Mensch der neueren Geschichte.

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