IWF warnt: Globaler Handelskrieg könnte Weltwirtschaft 430 Milliarden US-Dollar kosten

IWF warnt: Globaler Handelskrieg könnte Weltwirtschaft 430 Milliarden US-Dollar kosten
Das Risiko einer weiteren Eskalation der derzeitigen weltweiten Handelsspannungen stellt die größte kurzfristige Bedrohung für das globale Wirtschaftswachstum dar, so der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem jüngsten World Economic-Outlook-Bericht.

Unsere Modelle legen nahe, dass, wenn die aktuellen handelspolitischen Bedrohungen erkannt werden und das Vertrauen der Unternehmen dadurch sinkt, die globale Produktion bis 2020 um etwa 0,5 Prozent unter den derzeitigen Prognosen liegen könnte",

erklärt der IWF und fügt hinzu, dass die daraus entstehenden Einbußen für die Weltwirtschaft 430 Milliarden US-Dollar erreichen könnten.

IWF: US-Zölle könnten Vergeltungsspirale auslösen

Das Wachstum in den entwickelten Volkswirtschaften bleibt zwar nach Angaben des IWF nach wie vor stark, die Organisation weist jedoch darauf hin, dass in vielen von diesen Staaten, unter anderem im Vereinigten Königreich, in Japan und in den Ländern des Euroraums, eine Verlangsamung zu verzeichnen ist.

Die Vereinigten Staaten haben Handelsmaßnahmen eingeleitet, die eine breite Gruppe von Ländern betreffen, und sehen sich Vergeltungsmaßnahmen oder Vergeltungsdrohungen unter anderem von China, der Europäischen Union, ihren NAFTA-Partnern und Japan ausgesetzt", heißt es im IWF-Bericht.

Das Dokument fügte hinzu, dass die USA in den "Fokus der globalen Vergeltung" gelangen könnten und besonders verwundbar wären, wenn US-Präsident Trump Waren aus der Volksrepublik China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar mit neuen Zöllen belegen würde. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, die USA und China, führten in diesem Monat Zölle von 25 Prozent auf Exportwaren im Wert von jeweils 34 Milliarden US-Dollar ein.

Die Trump-Regierung beschuldigte Peking außerdem, nicht "ernsthaft" über den Handel mit den USA zu verhandeln und veröffentlichte eine Liste mit chinesischen Exportwaren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar, die künftig ebenfalls zehn Prozent hohen Zöllen unterworfen werden könnten. Die neuen Handelsbeschränkungen würden innerhalb von 60 Tagen in Kraft treten.

Keine Korrektur der Wachstumsprognose für Schwellenländer

Der IWF hat die Länder aufgefordert, nicht "nach innen" zu schauen und stattdessen die Handelsspannungen zu beenden, die das Wachstum weiterhin dämpften.

Die Länder müssen sich dem nach innen gerichteten Denken widersetzen und daran denken, dass bei einer Reihe von Problemen von gemeinsamem Interesse eine multilaterale Zusammenarbeit unerlässlich ist", erklärte Maurice Obstfeld, der Chefökonom des IWF.

Die Einrichtung prognostiziert für das Jahr 2018 ein Wachstum von 2,4 Prozent für die entwickelten Volkswirtschaften, was um 0,1 Prozentpunkte unter der Prognose des World Economic Outlook vom April liegt.

Wir halten an unserer Prognose von 2,2 Prozent Wachstum in diesen Volkswirtschaften für 2019 fest", hieß es beim IWF.

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer als Gruppe rechnet der IWF weiterhin mit Wachstumsraten von 4,9 Prozent für 2018 und 5,1 Prozent für 2019.

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