Wo sich das Erdöl Kanadas befindet: Ölsand

Wo sich das Erdöl Kanadas befindet: Ölsand
Pipelines am McKay River Suncor Ölsand in-situ in der Nähe von Fort McMurray, Alberta, Kanada. In 1967 half Suncor als Pionier bei der kommerziellen Entwicklung von Kanadas Ölsand, einem der größten Erdölressourcenbecken der Welt.
Die größte kanadische Energiequelle ist Ölsand. Dort befinden sich mit 27 Milliarden Kubikmetern Rohöl die drittgrößten Erdölreserven der Welt. Rund 97 Prozent davon werden aus Ölsand gewonnen. Doch das Ölsandverfahren ist hoch umstritten.

In drei Regionen der Provinzen Alberta und Saskatchewan kommt Ölsand vor: Athabasca, Cold Lake und Peace River. Diese umfassen zusammen eine Fläche von mehr als 142.000 Quadratkilometern.

Ölsand ist eine natürliche Mischung aus Sand, Wasser und sogenanntem Bitumen. Dabei handelt es sich um ein kolloides System mit einer wachsähnlichen Grundmasse. In dem Dispersionsmedium sind dunkle harz- bis kohleartige kohlenstoffreichere Teilchen fein verteilt. Bitumen besteht hauptsächlich aus langkettigen Kohlenwasserstoffen, des Weiteren enthält es zu geringen Anteilen Schwefel, Sauerstoff, Stickstoff und einige Spuren von Metallen.

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Ölsand wird hauptsächlich mithilfe von zwei Verfahren gewonnen: Bohren und Bergbau. Die Aufarbeitung wird seit fast fünf Jahrzehnten durchgeführt. Die jeweilig eingesetzte Methode hängt davon ab, wie tief die Reserven unter der Oberfläche liegen.Von allen Ölsandreserven sind 80 Prozent zu tief, um von Bergwerken gewonnen zu werden. Diese Reserven werden an Ort und Stelle durch Bohrungen in tiefen Bohrlöchern gewonnen.

Doch Ölsand ist für Kanada wie ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist er das Rückgrat der Wirtschaft, gegen die nur wenige Kanadier zu laut protestieren würden. Auf der anderen Seite wird er von kollabierenden Ölpreisen belagert, die ihn unwirtschaftlich machen. Möglicherweise stellt er in Zukunft sogar eine Belastung dar. Ölpreise müssen über 80 Dollar pro Barrel liegen, damit der Ölsandabbau profitabel ist. Heute liegen die Ölpreise bei etwa 52 Dollar.

Hinzu kommen endlose Kampagnen von Umweltschützern, die die toxischen Auswirkungen auf das Leben indigener Völker und die Auswirkungen auf die zunehmenden globalen Klimastörungen aufzeigen.

Seit Jahren kämpfen Organisationen wie Greenpeace gegen die Ölsandindustrie. Sie fordern die kanadische Regierung auf, die Industrialisierung von indigenen Territorien, Wäldern und Feuchtgebieten in Alberta zu beenden. Die Abbauverfahren verschmutzen das Wasser. In der Luft verbreiten sich Giftstoffe. Denn es handelt sich auch um die am schnellsten wachsende Quelle von Treibhausgasemissionen in Kanada. Große Teile des borealen Waldes werden abgeholzt, um Platz für die Ölsandindustrie zu schaffen.

In Sorge über den Schaden, den die Entwicklung von Ölsand dem Klima zufügen könnte, forderten mehr als 100 Wissenschaftler ein Moratorium für neue Minen im Jahr 2015. Noch mehr Bergbau würde es schwierig machen, die Erderwärmung von über zwei Grad Celsius zu verhindern.

Aber Wissenschaftler haben vielleicht kein Moratorium gebraucht, um die Ölsandgewinnung zu verlangsamen. Niedrige Rohölpreise könnten die bedeutende Ölsandexpansion von alleine längst gestoppt haben.

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