Steuererhöhung könnte Expansion bremsen: Russland senkt Wirtschaftswachstumsprognose

Steuererhöhung könnte Expansion bremsen: Russland senkt Wirtschaftswachstumsprognose
Die Präsidentin der russischen Zentralbank Elwira Nabiullina präsentiert die neue 2.000-Rubel-Banknote in Moskau, Russland, 12. Oktober 2017
Das russische Wirtschaftsministerium hat angesichts geopolitischer Unsicherheiten und einer geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer die Wachstumsprognose für das kommende Jahr um zwei Prozent gesenkt.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes soll im Jahr 2019 um 1,4 Prozent gegenüber dem in diesem Jahr prognostizierten Wachstum von 1,9 Prozent steigen. Im zweiten Halbjahr 2017 hatte das russische Wirtschaftsministerium ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent bzw. 2,2 Prozent für 2018 und 2019 erwartet.

"2019 wird nicht einfach sein, sowohl was die Anpassung an die veränderten makroökonomischen Bedingungen als auch die Entscheidungen zur Erhöhung der Mehrwertsteuer betrifft. Auch für das kommende Jahr prognostizieren wir eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf 1,4 Prozent", so eine Quelle im Ministerium.

Die Bank von Russland warnte im Juni, dass niedrigere Leitzinsen aufgrund einer geplanten Mehrwertsteuererhöhung von 18 Prozent auf 20 Prozent gefährdet sind. Die Zentralbank warnte davor, dass sich höhere Steuern auf die Inflation auswirken würden.

Die Inflation in Russland befindet sich mit 2,4 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Sie liegt auch deutlich unter dem Ziel der Zentralbank von vier Prozent.

"Die Risikobilanz bis Ende 2019 hat sich in Richtung proinflationäre Risiken verschoben. Die Hauptrisiken beziehen sich auf die Auswirkungen der getroffenen steuer- und finanzpolitischen Entscheidungen sowie auf externe Faktoren", erklärte die russische Zentralbank im Juni.

"Im Hinblick auf steuerpolitische Maßnahmen wird die Bank von Russland besonderes Augenmerk auf die Schätzung von Nebenwirkungen (einschließlich der Reaktion der Inflationserwartungen) legen, die derzeit schwer zu erfassen sind", ergänzte die Finanzinstitution, als sie erklärte, einen Leitzins von 7,25 Prozent beibehalten zu wollen.

 

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