"Gegen Übermacht des US-Dollars" - Türkei holt Gold aus den USA zurück

"Gegen Übermacht des US-Dollars" - Türkei holt Gold aus den USA zurück
Ankara hat beschlossen, das gesamte bei der US-Notenbank gelagerte staatliche Gold zurückzuholen, berichten lokale Medien. In den vergangenen Jahren hat die Türkei 220 Tonnen Gold repatriiert. Davon kamen allein im vergangenen Jahr 28,7 Tonnen aus den USA.

Die Goldreserven der Türkei werden auf 564 Tonnen geschätzt und seien etwa 20 Milliarden US-Dollar wert, berichtete die regierungsnahe türkische Zeitung Yeni Şafak. Damit besitzt Ankara hinter den Niederlanden und vor Indien die weltweit elftgrößten Goldreserven. Die Berichte kommen zu einem Zeitpunkt, als der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan die türkische Nutzung der US-Währung scharf kritisiert hatte.

Anfang der Woche kritisierte das Staatsoberhaupt Kredite, die über den US-Dollar beglichen werden müssen. Er sagte, dass internationale Kredite stattdessen in Gold vergeben werden sollten. "Warum geben wir alle Kredite in US-Dollar aus? Verwenden wir eine andere Währung. Ich schlage vor, dass die Kredite auf Gold basieren sollten", forderte Erdoğan während einer Rede auf dem "Global Entrepreneurship Congress" in Istanbul am 16. April laut einem Bericht der türkischen Tageszeitung Hürriyet.

"Mit dem US-Dollar steht die Welt immer unter Wechselkursdruck. Wir sollten Staaten und Nationen vor diesem Wechselkursdruck bewahren. Gold war im Laufe der Geschichte nie ein Werkzeug der Unterdrückung", fügte er hinzu.

Am 11. April fiel die Türkische Lira gegenüber dem US-Dollar auf ein Rekordtief. Am Freitag lag der Wechselkurs der Lira zum US-Dollar bei 4,049.

Die Türkei gehört zu den wenigen Ländern, die ihr in den USA gelagertes Gold zurückfordern. Venezuela begann 2012 mit der Rückführung von 160 Tonnen Gold im Wert von rund neun Milliarden US-Dollar. Die deutsche Bundesbank forderte 300 Tonnen zurück, wobei die Federal Reserve kommentierte, dass es sieben Jahre dauern würde, um die Goldmenge nach Deutschland zu bringen. Auch die Niederlande haben 122,5 Tonnen Gold repatriiert.

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"Die Zentralbanken haben bereits vor einigen Jahren mit der Repatriierung begonnen, also bevor wir Brexit, Katalonien, Trump, AfD oder die steigenden Spannungen zwischen dem Brüssel und den Nationen Osteuropas hatten", sagte Claudio Grass von Precious Metal Advisory Switzerland gegenüber RT.

Ihm zufolge dezentralisiert sich die Welt immer mehr:

Wenn wir diesem Trend folgen, sollte es klar sein, dass der nächste Schritt eine noch größere Auflösung in kleinere Einheiten als der Nationalstaat sein sollte. Mit einer solchen geopolitischen Zersplitterung kommt auch die Dezentralisierung der Macht.

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