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Kurseinbruch nach US-Sanktionen: Russische Tycoons verlieren über 15 Milliarden US-Dollar

Kurseinbruch nach US-Sanktionen: Russische Tycoons verlieren über 15 Milliarden US-Dollar
Im Januar 2016 betrug der Wechelkurs zum Euro noch 86 Rubel. Seit dem Wochenende kletterte er von 71 auf 76. Kommt jetzt die Krise zurück? Auf dem Bild: Eine Wechselstube in Moskau im Januar 2016.
Die US-Sanktionen gegen die sieben größten russischen Unternehmen bewirkten am Montag heftige Kursschwankungen und Börseneinbrüche. Russlands Regierung will Maßnahmen zum Schutz der Unternehmen treffen - und hat eine "harte Antwort" an die USA angekündigt.

Ein Kursdesaster an der Moskauer Börse hat zum Wochenbeginn das Geschehen an den osteuropäischen Aktienmärkten dominiert. Von den USA verhängte Sanktionen sorgten für eine regelrechte Massenflucht aus dem russischen Aktienmarkt. Der Leitindex RTSI brach um 11,44 Prozent auf 1.094,98 Punkte ein. Das war der größte Tagesverlust seit mehr als vier Jahren.

Bis Montagnachmittag verlor der Rubel gegenüber dem US-Dollar etwa drei Prozent an Wert. Zuletzt (11:55 Uhr Moskauer Zeit am Dienstag) mussten für einen Dollar 62,2 Rubel gezahlt werden und damit so viel wie seit dem vergangenen November nicht mehr. Der Wechselkurs zum Euro stieg erstmals seit August 2016 auf über 76 Rubel. Der Aktienindex RTSI fiel am Montag um 9,5 Prozent auf 1.119,18 Punkte. Damit zeichnete sich auf dem russischen Markt am Montag der größte Tagesverlust seit etwa vier Jahren ab.

Zentralbanken auf der ganzen Welt versuchten, eine Schuldenkrise zu bekämpfen, indem sie mehr Schulden hinzufügten, so Wirtschaftsexperte Grass.

Einen Tag nach der Einführung der neuen US-Sanktionen haben russische Milliardäre damit insgesamt mehr als 15 Milliarden US-Dollar eingebüßt. Diese Zahlen gehen aus dem Ranking des Bloomberg Billionaires Index (BBI) hervor.

Am stärksten war demnach der Präsident des weltweit führenden Nickel- und Palladiumförderers Nornikel, Wladimir Potanin, betroffen: Sein Vermögen soll um 2,28 Milliarden US-Dollar gesunken sein. Der Besitzer der Unternehmensgruppe Renowa, Viktor Wekselberg, habe demzufolge 1,28 Milliarden US-Dollar verloren. Der Chef und Miteigentümer des russischen Erdölunternehmens Lukoil, Wagit Alekperow, soll wiederum 1,37 Milliarden eingebüßt haben.

Den Milliardär und einstigen Präsidentschaftskandidaten Michail Prochorow kosteten die Sanktionen laut dem BBI bislang 95,7 Millionen US-Dollar. Auch zahlreiche andere russische Unternehmer mussten an diesem Tag schwere Verluste hinnehmen.

Mehr zum Thema - USA verhängen neue Sanktionen gegen Russland

Medienberichten zufolge habe auch der Aluminiumhersteller Rusal in besonderer Weise unter den Folgen der US-Maßnahmen gelitten, an dem der Milliardär Oleg Deripaska den größten Anteil hält. Deripaska steht selbst auf der Sanktionsliste. Der Aktienkurs von Rusal brach bei Börseneröffnung um rund 30 Prozent ein. Deripaska selbst soll nach Angaben von Forbes innerhalb nur eines Tages 1,6 Milliarden US-Dollar verloren haben. Sein Vermögen sei damit auf 3,7 Milliarden US-Dollar gesunken.

Eigenes Offshore-Projekt als Lösung?

Die russische Führung sucht inzwischen nach Wegen, um Unternehmer vor den harten Auswirkungen der US-Sanktionen zu schützen. Nach Informationen der Zeitung Wedomosti ziehen sie in diesem Zusammenhang das so genannte Offshoring in Betracht. Offshore-Unternehmen könnten etwa auf der Oktjabrski-Insel in der Oblast Kaliningrad sowie auf der Fernost-Insel Russki platziert werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde dem Fachblatt zufolge vom Ministerium für Wirtschaftsentwicklung erarbeitet und sei derzeit bei den zuständigen Behörden in der Prüfungsphase.

Arbeiter neben dem Logo der russischen Ölfirma Rosneft

Auch Ministerpräsident Dmitri Medwedew wies sein Kabinett am Montag in Moskau an, konkrete Schutzmaßnahmen vorzubereiten. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, der Schaden für russische Konzerne müsse begrenzt werden. Man brauche aber Zeit, um mögliche Folgen der Strafmaßnahmen zu analysieren.

Die USA hatten am Freitag 17 hohe Beamte sowie eine Reihe russischer Geschäftsleute und Firmen, denen enge Verbindungen zum Kreml nachgesagt werden, auf eine Schwarze Liste gesetzt. Washington begründete den Schritt mit dem "wachsenden Muster bösartiger Aktivitäten Russlands in der Welt".

Russisches Außenmisterium: USA auf absteigendem Ast

Die Russische Föderation selbst hat eine harte Reaktion auf die neuen US-Sanktionen angekündigt. Zugleich kritisiertes Moskau die Strafmaßnahmen als Druckmittel Washingtons, um seinen weltweiten Einfluss zu wahren. "Es ist völlig klar, dass wir weder den aktuellen noch einen anderen antirussischen Ausritt ohne harte Antwort lassen werden", teilte das Außenministerium in Moskau am späten Freitagabend mit. Die US-Demokratie sei auf einem absteigenden Ast. "Was bleibt, ist lediglich der Wunsch, mit allen Mitteln die globale Hegemonie der USA zu sichern", auch mit Druck auf Länder, die eine andere Linie als Washington verfolgten, hieß es weiter.

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