Handelskrieg: China zur Verteidigung eigener Interessen gegen USA "um jeden Preis" bereit

Handelskrieg: China zur Verteidigung eigener Interessen gegen USA "um jeden Preis" bereit
Als Reaktion auf die Drohung von Donald Trump, China zusätzliche 100 Milliarden US-Dollar an Zöllen aufzuerlegen, hat Peking betont, dass es keinen Handelskrieg will. China hat aber keine Angst, „bis zum Ende durchzuhalten“, um seine wirtschaftlichen Kerninteressen zu schützen.

"Die chinesische Position wurde sehr deutlich gemacht", so ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums am Freitag. Peking strebt keinen wirtschaftlichen Konflikt an, aber im schlimmsten Fall hat es "keine Angst vor einem Handelskrieg".

China "wird bis zum Ende durchalten", sollte Washington den Pekinger Widerstand gegen den US-amerikanischen "Unilateralismus und Handelsprotektionismus" missachten. Peking wird die Interessen des Landes "um jeden Preis" verteidigen und nicht zögern, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wurde ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums in der Erklärung auf der Website des Ministeriums zitiert.

China kritisierte Washington für seinen Protektionismus scharf, der, so heißt es, den weltweiten Freihandel untergräbt. Unterdessen werde die chinesische Wirtschaft ihre Reformen fortsetzen und sich der Welt weiter öffnen, um "das multilaterale Handelssystem zu sichern" und die Liberalisierung des Welthandels und der Investitionen zu fördern, so das Ministerium.

Die Erklärung kam, nachdem US-Präsident Donald Trump sagte, dass seine Regierung die Möglichkeit hat, zusätzliche Zölle in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar auf chinesische Importe zu erheben. Am fünften April beschuldigte Trump China, "unseren Landwirten und Herstellern" zu schaden, und fügte hinzu, dass er den Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten (USTR) anwies, "die Produkte zu identifizieren, auf die solche Zölle erhoben werden sollten".

Washington und Peking erhöhten Ende März die Einsätze im Handelsstreit, als die USA ein neues Zollpaket einführten, das auf mehr als 100 Arten von chinesischen Waren, von Kleidung bis hin zu Elektronik, abzielte. Als Reaktion darauf hob China in der vergangenen Woche die Abgaben auf 128 US-Importe an, wobei die Zölle zwischen 15 und 25 Prozent lagen.

Chinas derzeitige Politik der Steuerfreiheit und Steuerbefreiung "bleibt unverändert", stellte das Finanzministerium in einer Erklärung fest und fügte hinzu, dass dieser Schritt im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) steht.

Bei der Ankündigung des Zollpakets am 22. März sagte Trump, es werde den USA helfen, die Handelsungleichgewichte mit China zu verringern und den Diebstahl des US-amerikanischen geistigen Eigentums einzudämmen. Am 23. März signalisierte Peking, dass es bereit ist, sich der Kampagne Washingtons gegen China entgegenzustellen. Peking veranschlagte seinerseits neue Zölle für 128 US-amerikanische Importe.

Chinesische Staatsmedien hatten zuvor am Freitag Trumps Drohung mit mehr Handelszöllen als "lächerlich" bezeichnet. "Diese jüngste Einschüchterung spiegelt die tiefe Arroganz einiger US-amerikanischer Eliten in ihrer Haltung gegenüber China wider", sagte die staatliche Global Times in einem Leitartikel. Analysten von Oxford Economics warnten, dass ein ausgewachsener Handelskrieg schädliche Folgen haben wird.

"Wichtig ist, dass diese bedrohten Tarife verhandelt werden und daher nicht als endgültig betrachtet werden sollten", schrieben die Analysten in einer Mitteilung.

"Ein umfassender Handelskrieg hätte eine starke Auswirkung. Die USA und China würden eine deutliche Verlangsamung des realen BIP-Wachstums erleiden - ein kumulativer Verlust von rund 1,0 Prozentpunkten", wurde projiziert, und das globale Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent im Basisszenario von Oxford könnte sich auf 2,5 Prozent im Jahr 2019 senken.