"Marktschwankungen entgegenwirken": Iran stoppt Handel mit US-Dollar

"Marktschwankungen entgegenwirken": Iran stoppt Handel mit US-Dollar
Teheran hat angekündigt, dass Bestellungen von Händlern, die in der US-Währung Dollar eingehen, nicht länger berücksichtigt werden und ein Importverfahren durchlaufen sollen.

Laut lokalen Medien geht die Entscheidung auf eine offizielle Aufforderung der iranischen Zentralbank zurück. Sie ist speziell darauf ausgerichtet, so heißt es, Marktschwankungen des US-Dollars entgegenzuwirken.

Mehdi Kasraeipour, Direktor der iranischen Zentralbank für Devisenregeln und -politiken, wurde von der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA mit den Worten zitiert, die Entscheidung werde ab Mittwoch wirksam. Das gehe auf ein Schreiben der Bank an das Ministerium für Industrie, Bergbau und Handel zurück.

Er erklärte, dies bereite für Händler keine größeren Schwierigkeiten, da der Anteil des US-Dollars an den Handelsaktivitäten des Iran nicht hoch sei. "Seit langem kann der iranische Bankensektor den US-Dollar aufgrund der Sanktionen nicht mehr nutzen", äußerte Kasraeipour.

US-Senator Lindsey Graham im Capitol Hill, Washington, USA, 19. Januar 2018.

Im Rahmen eines Handelsembargos ist es auch US-Banken verboten, mit dem Iran zu handeln. "In Anbetracht der Tatsache, dass die Verwendung des US-Dollars für den Iran verboten ist und Händler buchstäblich alternative Währungen in ihren Transaktionen verwenden, gibt es keinen Grund mehr, mit Rechnungen fortzufahren, die den US-Dollar als Basiszinssatz verwenden", fügte der iranischen Zentralbankbeamte hinzu.

Nach Angaben von Kasraeipour müssen iranische Händler noch ihre Lieferanten informieren, um die Basiswährung vom US-Dollar in andere Währungen umzuwandeln, damit die entsprechenden Importdokumente an den Eingangspunkten des Irans verarbeitet werden können.

Händler müssen außerdem angeben, ob sie ihre Zahlungen über Banken oder Wechselstuben abwickeln wollen.

Teheran hat seit langem versucht, auf den nicht-dollarbasierten Handel umzusteigen. Der Iran hat bereits Abkommen mit mehreren Ländern unterzeichnet und ist mit Russland in Gesprächen über die Verwendung nationaler Währungen bei der Abrechnung.

Während eines Treffens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im November bemerkte der Oberste Führer des Iran Ali Chamenei, dass der beste Weg, US-Sanktionen zu umgehen, gemeinsame Anstrengungen seien, die US-amerikanische Währung im bilateralen Handel auszuschließen. Er teilte Präsident Putin mit, dass Russland und der Iran die Amerikaner durch Methoden wie die Abschaffung des US-Dollars und seine Ersetzung durch nationale Währungen bei Transaktionen zwischen zwei oder mehr Parteien "isolieren" könnten.

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