Nach Uneinigkeit Gazproms mit Naftogaz: Ukraine erhält im März keine Gaslieferungen

Nach Uneinigkeit Gazproms mit Naftogaz: Ukraine erhält im März keine Gaslieferungen
Der russische Energieriese Gazprom wird ab dem 1. März kein Erdgas an die ukrainische Naftogaz liefern. Beiden Seiten sei es nicht gelungen, eine Einigung über die Konditionen zu erzielen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Unternehmens Alexander Medwedew.

Medwedew erklärte, dass das Energieunternehmen die gesamte Anzahlung zurückerstatte, die vom ukrainischen staatlichen Gasmonopol Naftogaz für das Gas, das in diesem Monat geliefert werden sollte, gezahlt worden war. Die Entscheidung sei gefallen, weil die Parteien nicht in der Lage gewesen seien, eine Zusatzvereinbarung zum aktuellen Gasvertrag zu verlängern.

"Bisher ist die Zusatzvereinbarung zum Betriebsvertrag mit Naftogas nicht genehmigt worden, und das ist eine zwingende Voraussetzung für den Beginn der Transporte", sagte Medwedew. "Wir müssen also den vom Unternehmen gezahlten Betrag vollständig zurückzahlen. Und es ist offensichtlich, dass die Lieferungen im März nicht beginnen werden."

Polens Premier betonte bei seinem Besuch in Berlin erneut seine Kritik am Projekt Nord Stream 2. Derweil will Polen eine eigene Ostseepipeline über Dänemark bauen, allerdings mit nur einem Fünftel der Gesamtkapazität.

Als Reaktion darauf sagte der ukrainische Staatsmonopolist Naftogaz, Gazprom habe es versäumt, zuvor bezahltes Erdgas auszuliefern. Naftogaz plant angeblich, wegen eines Versorgungsausfalls vom russischen Energiekonzern Schadenersatz zu fordern.

Kiew und Moskau erlebten in der Vergangenheit wiederholt Preisstreitigkeiten und Vertragsbrüche hinsichtlich der Lieferung von russischem Gas in die Ukraine und des Transits nach Europa. Im Winter 2006 kam es zu Lieferunterbrechungen, wobei Russland die Ukraine beschuldigte, für den europäischen Markt bestimmtes Erdgas abgezweigt zu haben.

Naftogaz und Gazprom befinden sich derzeit in einem langjährigen Rechtsstreit über die Bedingungen des aktuellen Liefervertrages zischen der Ukraine und Russland. Die ukrainischen Anwälte kämpfen um die Aufhebung der sogenannten Take-or-Pay-Bestimmung, die Kiew verpflichtet, eine jährliche Mindestmenge Gas zu kaufen. Anfang dieser Woche behauptete Naftogaz, dass es in einer weiteren Runde seines Rechtsstreits mit Gazprom einen 2,56 Milliarden US-Dollar schweren Sieg errungen habe.