Uber-Fahrdienst soll Ex-CIA-Agenten angeheuert haben, um Konkurrenz auszuspionieren

Uber-Fahrdienst soll Ex-CIA-Agenten angeheuert haben, um Konkurrenz auszuspionieren
Der Fahrdienst Uber wird weiter von Skandalen geplagt. Nun wurde bekannt, dass das Unternehmen ehemalige CIA-Agenten engagierte, um die Konkurrenz im Ausland auszuspionieren. Das geht aus Aussagen eines Ex-Sicherheitsmanagers in einem Gerichtsverfahren hervor.

Ein ehemaliger Sicherheitsmanager des Fahrdienstes Uber bezichtigt seinen einstigen Arbeitgeber, ein Team von Ex-CIA-Agenten angeheuert zu haben. Dieses sei auf die Konkurrenz im Ausland angesetzt worden. Eine entsprechende Aussage machte der Ex-Mitarbeiter Richard Jacobs am Dienstag während eines Gerichtsverfahrens in San Francisco. Das Gericht geht der Frage nach, ob Uber Technologien von der Google-Firma Waymo gestohlen hat, die selbstfahrende Autos entwickelt.

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Laut Jacobs gab es innerhalb des Unternehmens eine geheime Abteilung, in der auch ehemalige CIA-Agenten tätig waren. Sie hatten den Auftrag, in die Rechner und Netzwerke der Konkurrenz einzudringen, um Firmengeheimnisse zu entwenden. Zu diesem Zweck sollten auch Mitarbeiter der Konkurrenz abgeworben werden. Diese Maßnahmen hätten sich nur gegen Firmen im Ausland gerichtet, US-amerikanische Unternehmen wie Waymo seien davon nicht betroffen gewesen, so Jacobs. 

Um keine Spuren zu hinterlassen, die auf Uber zurückführen können, sei die interne Kommunikation der Geheimabteilung über „anonyme“ externe Server abgewickelt worden. Zudem seien zur elektronischen Kommunikation Geräte benutzt worden, die automatisch Inhalte verschlüsseln und diese selbstständig nach einiger Zeit löschen. Das sei geschehen, „um sicherzustellen, dass es keine belastenden Dokumente gibt, die einem Straf- oder Zivilprozess gegen das Unternehmen verwendet werden können“, zitiert die New York Times aus den Einlassungen von Jacobs vor Gericht.

Richter setzt Prozess nach „skandalösen“ Vorwürfen aus

Der zuständige Bezirksrichter William Alsup bezeichnete die neuen Vorwürfe als „skandalös“. „Ich kann den Worten der Uber-Anwälte nicht länger trauen“, so der Richter. Er setzte das Verfahren aus, um den Anwälten von Waymo Zeit zu geben, die neuen Erkenntnisse aufzuarbeiten.

Nach zahlreichen Skandalen ist Uber tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Im abgelaufenen Quartal habe sich unter dem Strich ein Verlust von 1,46 Milliarden US-Dollar angehäuft, sagte ein Firmen-Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Im vorangegangenen Quartal stand noch ein Minus von 1,06 Milliarden Dollar in den Büchern.

Vergangene Woche räumte der Konzern ein, Hackern zur Vertuschung eines Datendiebstahls Schweigegeld gezahlt zu haben. Firmenmitbegründer Travis Kalanick musste im Sommer seinen Chefposten räumen, gegen ihn liegen unter anderem Vorwürfe wegen sexueller Belästigung vor.

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