Kabul hofft auf neue Handelsroute zwischen Europa und Afghanistan

Kabul hofft auf neue Handelsroute zwischen Europa und Afghanistan
Afghanistans Präsident Aschraf Ghani während eines Aufenthalts in New York.
Am 15. November unterzeichneten Afghanistan, Turkmenistan, Georgien, Aserbaidschan und die Türkei ein Abkommen zum Bau einer neuen Handelsroute mit dem Namen "Lapis-Lazuli-Korridor". Vor allem Kabul hofft auf vereinfachte Transportwege und Zollbestimmungen.

Die neue Handelsroute soll zwei Milliarden US-Dollar kosten und Afghanistan über das Kaspische Meer und den Kaukasus mit Europa verbinden. Die Afghanen setzen viel Hoffnung in das neue Projekt. Abdul Wase Haidari, ein Analyst für Wirtschaft, erklärt gegenüber dem afghanischen Nachrichtenportal TOLO: 

Afghanistan wird sich ökonomischer und transporttechnischer Abhängigkeiten entledigen, die immer zu Leid geführt haben.

Aus dem afghanischen Außenministerium hieß es: 

Über diese Route werden kommerzielle Transporte drei- bis viermal schneller als über andere Wege transportiert werden können. Auch die Transportkosten von Gütern werden in signifikanter Weise sinken. 

US-General John Nicholson während einer Nato-Konferenz am 9. November Brüssel.

Neben den wirtschaftlichen Vorteilen für das Land werde das Projekt auch die Abhängigkeit der Afghanen von Handelswegen über Pakistan reduzieren. Um das Vorhaben erfolgreich umsetzen zu können, bedarf es jedoch einer besser ausgebauten Infrastruktur und höherer Sicherheit in Afghanistan.

Der Großteil der Infrastruktur für den "Lapis-Lazuli-Korridor" existiert bereits, betont die afghanische Regierung. Zuvor waren bereits mehrere andere Projekte, etwa ein Pipelinesystem zwischen Turkmenistan, Afghanistan, Pakistan und Indien, am Zögern von Investoren gescheitert, die keine Gewinne aus einem Land wie Afghanistan erwarteten.