Nach Scheitern der Jamaika-Verhandlungen: Euro-Kurs bricht gegenüber Yen ein

Nach Scheitern der Jamaika-Verhandlungen: Euro-Kurs bricht gegenüber Yen ein
Die europäische Währung ist gegenüber dem Yen auf ein Zwei-Monats-Tief gefallen, nachdem die FDP die vierwöchigen Verhandlungen mit den Unionsparteien und den Grünen für gescheitert erklärt hatte. Finanzanalysten rechnen nun mit einem weiteren Kursverfall.

Mit dem Scheitern der Koalitionsverhandlungen steht Angela Merkels vierte Amtszeit als Bundeskanzlerin in Zweifel. CDU und CSU hatten vier Wochen lang versucht, die beiden kleineren Parteien für eine Koalition zu gewinnen.

Um 9:30 Uhr erholte sich die europäische Währung, konnte aber die Sorgen an den Finanzmärkten insgesamt nicht lindern.

"Es ist sehr besorgniserregend und schafft große Unsicherheit in der Eurozone", so Kisoo Park, ein Global Bond Manager bei Manulife Asset Management in Hongkong, gegenüber den Dow Jones Newswires. Der Finanzanalyst fügte hinzu, dass er kurzfristig mit einem weiteren Kursverfall des Euros rechnet.

Die deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) erklärte, die politische Unsicherheit werde dem Wirtschaftsstandort Deutschland schaden.

Es besteht die Gefahr, dass sich die Arbeit an wichtigen Fragen für die Zukunft unseres Landes über einen längeren Zeitraum verzögert. Die deutschen Unternehmen müssen sich nun auf eine möglicherweise lange Zeit der Unsicherheit vorbereiten. Das ist immer schwierig für die Wirtschaft", so DIHK-Präsident Eric Schweitzer gegenüber Reuters.

Die europäischen Märkte reagierten am Montag uneinheitlich. Der deutsche DAX fiel um 0,13 Prozent, der britische FTSE100 um 0,29 Prozent und der französische CAC40 um 0,14 Prozent. Der STXE 600, der die 600 größten Unternehmen Europas abbildet, eröffnete hingegen um 0,5 Basispunkte höher als am vorangegangenen Handelstag.