Hoşça kal US-Dollar! - Türken folgen Erdogans Aufruf zum Goldkauf zwecks Loslösung von US-Währung

Hoşça kal US-Dollar! - Türken folgen Erdogans Aufruf zum Goldkauf zwecks Loslösung von US-Währung
Der jüngste Bericht des World Gold Council zeigt, dass die Türkei die Goldnachfrage kräftig angekurbelt hat. Sowohl die Zentralbank als auch die einfachen Bürger sind dem Aufruf des türkischen Präsidenten Erdogan gefolgt, ihre Ersparnisse in Gold anzulegen.

"Barren- und Münzkäufe, ein wichtiges Maß für die Entwicklung der Nachfrage, stehen im Vergleich zu den 14,8 Tonnen vom Vorjahr im Jahr 2017 bislang schon bei 47 Tonnen", zitiert ZeroHedge den Bericht.

Allein die türkische Zentralbank hat in diesem Jahr schon fast 30,4 Tonnen Gold angekauft. Der Anstieg der Nachfrage geht Berichten zufolge auf staatliche Maßnahmen zur Diversifizierung der internationalen Reserven zurück.

Wladimir Putin inspiziert einen Goldbarren in der russischen Zentralbank in Moskau, 24. Januar 2011.

Ankara hat diese Entwicklung gefördert, da die Spannungen zwischen der Türkei und ihren traditionellen westlichen Verbündeten, den USA und Europa, zunehmen.

Mehr Barren gekauft, weniger Fonds und Gold zur Verarbeitung

Vor einem Jahr hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan die türkische Öffentlichkeit dazu aufgerufen, auf Goldersparnisse zu setzen und Geschäfte unter Verwendung des US-Dollar zu meiden. Zudem forderte er die Zentralbank dazu auf, diese Politik zu unterstützen.

Gleichzeitig ist der Tauschwert der türkischen Lira seit Anfang Oktober um 15 Prozent gesunken. Der Absturz macht die Landeswährung als Sparanlage zwangsläufig immer unattraktiver.

Die meisten Währungen von Schwellenländern standen im Laufe der letzten Jahre unter Druck, doch der Streit zwischen den USA und der Türkei, der durch jüngste Reise- und Visabeschränkungen eskalierte, hatte eine beflügelnde Auswirkung auf Spekulationen: Die weltweite Goldnachfrage insgesamt ist weiterhin rückläufig.

Im dritten Quartal dieses Jahres sank sie um neun Prozent auf 915 Tonnen und erreichte damit den niedrigsten Wert seit 2009. Der Rückgang ist auf ein schwächeres Quartal in der Schmuckindustrie und geringere Zuflüsse in börsengehandelte Fonds zurückzuführen.