Russischer Premierminister: EU-Bürokratie will Russlands Nord Stream 2-Pipelineprojekt sabotieren

Russischer Premierminister: EU-Bürokratie will Russlands Nord Stream 2-Pipelineprojekt sabotieren
Die übermäßige Regulierung der Europäischen Union in Bezug auf das russische Energieprojekt mit Deutschland, die Nord Stream 2-Pipeline, könnte darauf abzielen, Russland zu zwingen, das Projekt aufzugeben. Die Kritik äußerte der russische Premierminister Dimitry Medwedew.

„Unsere Herangehensweise bei der Umsetzung dieses Projekts hat sich bisher nicht geändert: Dies ist kein politisches Instrument, sondern ein kommerzielles Projekt zur Bewahrung der Energiesicherheit in Europa“, bemerkte Medwedew, wie die Nachrichtenagentur Interfax zitiert.

Russland plant, Nord Stream 2-Pipeline durch die Ostsee nach Deutschland zu bauen und die Kapazität der bestehenden Pipeline Nord Stream 1 auf 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr zu verdoppeln.

Bildquelle: navigatorgas.com

Das Projekt stieß auf heftigen Widerstand bei einigen osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten, insbesondere aus den baltischen Staaten und Polen. Ihrer Meinung nach könnte die neue Pipeline Russland zum Monopolisten auf dem EU-Gasmarkt machen.

Russlands Gazprom betreibt das Projekt über die Nord Stream 2 AG. Die Pipeline soll 9,5 Milliarden Euro kosten. Gazprom wollte zunächst 50 Prozent plus eine Aktie an der Gesellschaft halten. Die restlichen Anteile gehören Deutschlands Uniper und Wintershall, dem österreichischen OMV, Frankreichs Engie und dem britisch-niederländischen Shell-Konzern. US-Sanktionen gegen Russland und die europäische Bürokratie behindern die Unternehmen allerdings daran, sich direkt an dem Energieprojekt mit Russland zu beteiligen.

Die westlichen Partner von Gazprom haben sich jedoch weiterhin für die Pipeline und die Finanzierung des Projekts eingesetzt. Wintershall-Vorstandsvorsitzender Mario Mehren hat am Dienstag die Beteiligung und Finanzierungsbereitschaft des Unternehmens an dem Projekt bestätigt