Russland gibt Venezuela mehr Zeit für die Rückzahlung eines Kredits von 2,8 Milliarden US-Dollar

Russland gibt Venezuela mehr Zeit für die Rückzahlung eines Kredits von 2,8 Milliarden US-Dollar
Bekommt etwas mehr Zeit: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. Russland ist einer der entscheidenden Kreditgeber des südamerikanischen Landes, dessen Gesamtauslandsverschuldung 100 Milliarden US-Dollar übersteigt.
Russlands Finanzministerium hat erklärt, dass Venezuelas Schulden in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar gegenüber Moskau restrukturiert werden, um die Bedingungen eines zuvor vereinbarten Zahlungsaufschubs zu erfüllen.

"Wir haben eine Vereinbarung über eine Schuldenumstrukturierung mit Venezuela getroffen", sagte der russische Finanzminister Anton Siluanow zu Journalisten und fügte hinzu, dass sich der Verhandlungsprozess in der Frage seiner Endphase nähere. Zuvor hatte der Minister bereits mitgeteilt, dass die beiden Seiten akzeptable Lösungen mit einer möglichen zweistufigen Rückzahlung diskutierten.

"Der erste Teil enthält ziemlich günstige Bedingungen mit einem kleinen Rückzahlungsbetrag, so dass es für unsere venezolanischen Kollegen überschaubar bleibt", unterstrich Siluanow.

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Russland ist einer der entscheidenden Kreditgeber des südamerikanischen Landes, dessen Gesamtauslandsverschuldung 100 Milliarden US-Dollar übersteigt. Laut Nicolas Maduro, dem Präsidenten von Venezuela, stammen fast drei Viertel der Anleihen des Landes aus den USA und Kanada.

Im Jahr 2011 stellte Moskau Venezuela eine Kreditlinie von bis zu vier Milliarden US-Dollar zur Verfügung, um die Versorgung des Landes mit russischen Industrieprodukten zu finanzieren. Drei Jahre später bat Venezuela um eine Umstrukturierung der vereinbarten Zahlungsbedingungen. Im vergangenen Jahr änderte Moskau die Vereinbarung zur Konsolidierung der venezolanischen Schulden in Höhe von 2,84 Milliarden US-Dollar. Diese sollten beginnend ab März 2019 in gleichgroßen Teilbeträgen über drei Jahre zurückgezahlt werden.

Auch der russische Ölriese Rosneft verlängerte Venezuelas staatseigener Ölfirma PDVSA einen Kredit in Höhe von einer Milliarde US-Dollar in Form von Vorauszahlungen für Öllieferungen. Das Gesamtdarlehen des russischen Unternehmens an sein venezolanisches Gegenstück beträgt 6,5 Milliarden US-Dollar. Letzten Monat teilte Rosneft mit, dass PDVSA ungefähr 750 Millionen US-Dollar seiner Schulden in Form von Öltransporten und 500 Millionen als Zinszahlungen zurückgezahlt habe. Alle ausstehenden Verpflichtungen sollen bis Ende 2019 beglichen werden, so Rosneft.

Letzte Woche sagte Maduro, dass sein Land die Auslandsschulden umstrukturieren werde, nachdem PDVSAs entscheidende 1,1 Milliarden US-Dollar der Anleihen zurückgezahlt habe. Der Politiker kündigte die Einsetzung einer nationalen Kommission an, die die "Umstrukturierung aller künftigen Zahlungen" untersuchen soll.