SSJ100 für Italien: Passagierflugzeuge aus russischer Produktion drängen auf europäischen Jetmarkt

SSJ100 für Italien: Passagierflugzeuge aus russischer Produktion drängen auf europäischen Jetmarkt
Im Vordergrund: Der Sukhoi Superjet-100 (SSJ100)
Moskau und Rom haben sich nach Angaben der Föderalen Agentur für Luftfahrt Russlands auf eine direkte Lieferung von Passagierjets der russischen Marke Suchoi Superjet 100, auch bekannt als SSJ100, an europäische Kunden geeinigt.

Das Dokument formalisiert die Anerkennung des Zertifizierungssystems für die Produktion von Gerätschaften für die Luftfahrt in Russland durch die italienische Seite und ermöglicht so eine ungehinderte Lieferung von SSJ100-Flugzeugen an europäische Kunden", so die russische Behörde.

Die italienische Zivilluftfahrtbehörde und der zwischenstaatliche Luftfahrtausschuss hatten sich bereits 2013 darauf geeinigt, miteinander zusammenzuarbeiten. Laut dem Chef der russischen Luftfahrtagentur, Aleksandr Neradko, waren die Exportwege des SSJ100 nach Italien seit 2015 nicht für einen Tag unterbrochen. "Ab sofort werden wir unsere Beziehungen weiter formalisieren", sagte Neradko weiter und fügte hinzu:

Das unterzeichnete Dokument stärkt die bilaterale Zusammenarbeit, wahrt in vollem Umfang die Interessen der russischen Luftfahrtindustrie und ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der heimischen Flugzeugexporte ins Ausland.

Aeroflot und mexikanische Interjet bislang größte Kunden

Laut Suchoi gibt es weltweit bereits über 60 einsatzbereite SSJ-100-Jets. Die größten Kunden von Suchoi sind bislang Russlands Aeroflot mit 26 Jets und die mexikanische Fluggesellschaft Interjet mit 19 SSJ100. Russlands Gazpromavia hat zehn Langstrecken-Versionen des Flugzeugs erworben.

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Im vergangenen Jahr wurde zudem die erste SSJ100-Maschine an die irische Fluggesellschaft CityJet geliefert. Im Rahmen eines eine Milliarde US-Dollar schweren Vertrages wird CityJet insgesamt 15 Jets des Typs SSJ100 erhalten und überlegt bereits, 16 zusätzliche Flugzeuge zu leasen. Die russischen Verkehrsflugzeuge sollen außerdem auf einigen Strecken der Air France im Rahmen eines so genannten Wet-Lease-Vertrages - das sind kurzfristige und zeitlich begrenzte Anmietungen von Flugzeugen samt ihrer Mannschaften - mit CityJet eingesetzt werden.

Iran könnte ebenfalls zum Partner werden

Auch die ägyptische Charterfluggesellschaft Air Leisure und die Vorzeige-Fluggesellschaft des Landes, EgyptAir, wollen Dutzende Superjets bestellen. Die dänische Fluggesellschaft Greenland Express diskutiert noch über den Kauf von fünf SSJ-100-Flugzeugen.

Etwa 100 russische Flugzeuge könnten zudem im Iran zum Einsatz kommen. Moskau und Teheran verhandeln über die lokale Produktion des SSJ100, um die veraltete iranische Flotte auf dem Niveau der übrigen Regionalstreckenanbieter zu erneuern.