Weltbank-Ratings: Geschäfte zu machen in Russland einfacher als in Italien oder Belgien

Weltbank-Ratings: Geschäfte zu machen in Russland einfacher als in Italien oder Belgien
Das jüngst veröffentlichte Doing Business Ranking der Weltbank bescheinigt Russland deutliche Verbesserungen. Trotz der internationalen Sanktionen liegt die Business-Attraktivität Russlands vor jener vieler westlicher Länder, darunter Belgien und Italien.

Laut dem Jahresbericht der Weltbank hat sich Russland um fünf Ratingplätze verbessert und befindet sich nun auf Platz 35 unter 190 Volkswirtschaften. Das Rating basiert auf der Grundlage einer Analyse von elf Bereichen der Businessgesetzgebung. Relevante Kategorien sind dabei etwa die Leichtigkeit der Gründung eines Unternehmens, die Registrierung von Immobilien, die Möglichkeit, Kredite zu erhalten, das Zahlen von Steuern und die Durchsetzung von Verträgen.

Im Rating dieses Jahres gelang es Russland, in Bereichen wie der Registrierung von Unternehmen und bei den Krediten in die Top 30 zu kommen. In den Kategorien Verbindung zu Netzwerken, der Registrierung von Eigentum und Durchführung von Verträgen landete das Land sogar in den Top 20.

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Baugenehmigungen und grenzüberschreitender Handel bleiben Herausforderungen

"Zu den Bereichen, in denen zusätzliche Anstrengungen für Russlands Unternehmen erhebliche Vorteile bringen würden, gehören der Umgang mit Baugenehmigungen und der grenzüberschreitende Handel", so der Bericht.

Andras Horvai, der Weltbank-Landesdirektor und Residentvertreter für Russland, sagte:

Es hat sich gezeigt, dass in Russland ein nachhaltiges und klares Engagement zur Verbesserung des Geschäftsklimas für inländische kleine und mittlere Unternehmen besteht. […] Die Reformbemühungen wurden effektiv vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung geleitet und koordiniert.

Russland hat laut Wirtschaftsentwicklungsminister Maxim Oreschkin seine Rating-Position im Laufe der letzten sechs Jahre konsequent verbessert.

Zum dritten Mal in Folge liegen wir vor allen BRICS-Ländern, in diesem Jahr sind wir das beste Land der Eurasischen Wirtschaftsunion. Die Nachbarländer [in diesem Rating] und direkten Konkurrenten für uns sind Frankreich, Holland, die Schweiz und Japan", so der Minister.

Außerdem betonte er, dass Russland weiterhin fest entschlossen sei, im nächsten Jahr unter die Top 20 des Gesamtratings zu kommen, und fügte hinzu, dass es "für Russland immer schwieriger werde, in der Bewertung aufzusteigen".

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Putins 100-Schritte-Dekret gibt die Richtschnur vor

Es ist wichtig zu verstehen, dass wir jetzt in die Zone eingetreten sind, in der der Wettbewerb zwischen den Ländern höher ist. In dieser Hinsicht war es viel einfacher, vom 100. auf den 50. Platz zu gelangen", sagte Oreschkin.

Im Jahr 2012 unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin ein Dekret mit dem Titel "100 Schritte", um das Doing Business Ranking des Landes von Platz 118 auf Platz 50 bis zum Jahr 2015 und im Anschluss auf Platz 20 bis zum Jahr 2018 zu verbessern.

Neuseeland bleibt laut dem Weltbank-Rating der Wirtschaftsraum, in dem das Geschäftemachen als am leichtesten gilt, und lässt dabei Staaten wie Singapur und Dänemark hinter sich. Die Vereinigten Staaten landeten im Jahr eins der Regierung Trump auf Platz sechs und überholten Großbritannien und Norwegen.

Als die für die Geschäftstätigkeit schwierigsten Orte der Welt stufte der Weltbank-Bericht die Länder Somalia, Eritrea, Venezuela, Südsudan, Jemen und Venezuela ein.