Irak: Fünf Erdölprojekte stärken Präsenz von Rosneft in kurdischer Autonomieregion

Irak: Fünf Erdölprojekte stärken Präsenz von Rosneft in kurdischer Autonomieregion
Russlands staatlicher Erdölproduzent Rosneft hat mit der Autonomen Region Kurdistan (KRG) im Nordirak trotz der Konflikte zwischen Erbil und Bagdad ein Abkommen über eine Aufteilung geförderten Öls im Wert von bis zu 400 Millionen US-Dollar geschlossen.

Rosneft hat erklärt, dass die Hälfte seiner Investition in Form von gefördertem Öl aus den Vorkommen zurückgezahlt werden könnte.

Im Rahmen des Deals wird das russische Unternehmen zusammenwirkend fünf Erdölblöcke in der Region schaffen und 80 Prozent der Anteile übernehmen.

Die neuen Vereinbarungen werden es uns ermöglichen, über einen vollständigen Eintritt des Unternehmens in eine der vielversprechendsten Regionen zu sprechen", so das Unternehmen.

Laut Rosneft ähneln die Bedingungen des Abkommens jenen von Verträgen, die die Regionalregierung des irakischen Kurdistans bereits zuvor mit anderen internationalen Konzernen abgeschlossen hatte.

Ölreserven von mindestens 670 Millionen Barrel

Einer "vorsichtigen" Schätzung des Unternehmens zufolge belaufen sich die förderbaren Ölreserven in den fünf Blöcken auf ungefähr 670 Millionen Barrel.

Letzten Monat stimmten irakische Kurden in einem Referendum für die Unabhängigkeit von Bagdad. Das unabhängige Gebiet solle die umstrittene ölreiche Provinz Kirkuk einschließen, obwohl unterschiedliche Akteure konkurrierende Ansprüche auf die ethnisch gemischte Region erheben.

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Als die irakische Regierung Truppen nach Kirkuk entsandte, um die Kontrolle über die Region zu erlangen, eskalierten die Spannungen um die Region zu einem offenen Konflikt. Bagdad hat Berichten zufolge mehrere wichtige Positionen und Ölfelder in der Region besetzt, die zuvor von kurdischen Peschmerga kontrolliert worden waren.

Höheres Risiko - höhere Rendite

Analysten meinen jedoch, dass die angespannte politische Lage im irakischen Kurdistan dem russischen Unternehmen zugutekommen könnte.

Die interne Verzinsung aus Production Sharing Agreements beträgt in der Regel 15 Prozent. Da Rosneft die Risiken, die das schwierige politische Umfeld mit sich bringt, akzeptiert hat, erhält das Unternehmen die Gelegenheit, eine Rendite von 20 Prozent zu verlangen", sagte der Analyst der Raiffeisenbank, Andrej Polischuk, der Zeitung Wedomosti.

Darüber hinaus würde das russische Unternehmen ein bevorzugter Partner für die Region werden, wenn sich die Situation stabilisiere, so der Experte.