Rosneft-Chef: "Erdöl wird mindestens noch 20 Jahre das Fundament der Weltenergie bleiben"

Rosneft-Chef: "Erdöl wird mindestens noch 20 Jahre das Fundament der Weltenergie bleiben"
Der Vorstandsvorsitzende von Russlands größter Ölgesellschaft Rosneft, Igor Setschin, hat angesichts von Diskussionen und Prognosen über das drohende Aus der fossilen Ressource unterstrichen, dass Erdöl für viele Jahre noch der wichtigste Brennstoff sein wird.

„Ich kann versichern, dass die Gerüchte über den baldigen Tod von Erdöl stark übertrieben sind. Öl wird auch in den kommenden 20 bis 30 Jahren das Fundament der Weltenergie und Brennstoffe bleiben“, sagte Setschin bei einer Rede beim Eurasischen Forum in Verona, Italien.

Laut dem Rosneft-Chef wird der Rückgang der Ölreserven durch die verstärkte Nutzung von Erdgas ausgeglichen.

„Ein gewisser Rückgang des Anteils von Erdöl am Gesamtenergiehaushalt wird fast vollständig durch einen Anstieg des Anteils von Erdgas ausgeglichen werden. Auch ein Rückgang des Anteils von Kohle wird durch den Anstieg des Anteils von umweltfreundlicheren Energieträgern, einschließlich Erdgas und Kernenergie, ausgeglichen werden“, fügte Setschin hinzu. Allerdings dürften die internationalen Ölpreise nicht auf den Höchststand von 2014 zurückkehren.

„Das Gleichgewicht ist immer noch fragil und instabil. Das hat mit dem Schieferabbau in den USA zu tun, wo große Reserven angezapft wurden. Die Bohrlöcher sind nicht vollständig ausgelastet. Das kann bei einem angemessenen Preisniveau 2018 zu einem deutlichen Produktionsanstieg führen und den Markt erneut destabilisieren. Daher denke ich, dass wir nicht mit einem Anstieg der Ölpreise in naher Zukunft rechnen sollten", sagte er.

Am Donnerstag sanken die wichtigsten internationalen Öl-Benchmarks um fast einen Dollar. Die Marke Brent lag bei 57,24 US-Dollar pro Barrel, und der US West Texas Intermediate rutschte auf 51,27 US-Dollar.

Vergangene Woche prognostizierte die OPEC, dass die internationale Ölnachfrage bis 2022 um durchschnittlich 1,2 Millionen Barrel pro Tag steigen und 2035 bis 2040 auf 300.000 Barrel pro Tag sinken wird. 2040 werde der Anteil fossiler Brennstoffe auf etwa 75 Prozent sinken, so das Kartell.