"Danke, wir verzichten!" - Polen verabschiedet sich von 9,2 Milliarden-Dollar-Kreditlinie des IWF

"Danke, wir verzichten!" - Polen verabschiedet sich von 9,2 Milliarden-Dollar-Kreditlinie des IWF
Mateusz Morawiecki, stellvertretender Ministerpräsident sowie Finanzminister Polens
Das polnische Finanzministerium hat mitgeteilt, dass das Land auf die vorsorgliche flexible Kreditlinie (FCL) des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Wert von 9,2 Milliarden US-Dollar verzichtet. FCL sollen Länder im Fall von Finanzkrisen stabilisieren.

"Wir treten von einer Kreditlinie des IWF in Höhe von 9,2 Milliarden US-Dollar zurück. Die polnische Wirtschaft befindet sich in einer so guten Situation, dass wir das tun können", twitterte der Finanzminister Mateusz Morawiecki.

Das Budget des Landes verzeichnete für den Zeitraum von Januar bis August einen Rekordüberschuss von 1,36 Milliarden US-Dollar, was auf einen starken Anstieg der Mehrwertsteuereinnahmen zurückzuführen ist. Das Wirtschaftswachstum betrug fast vier Prozent.

Das wichtigste deutsche Exportgut auf dem Weg in die Welt.

Ich habe die Entscheidung getroffen, die FCL nach einer Analyse von Steuerdaten, makroökonomischen Parametern sowie der Bewertung unserer Haushaltsstabilität und Währungsreserven zu beenden", erklärte Morawiecki.

Im Januar genehmigte der IWF-Exekutivrat eine flexible Zweijahresvereinbarung für Polen mit einem Volumen von rund 8,24 Milliarden Euro.

Aus der Fondsverwaltung hieß es, die Kreditlinie würde "eine wertvolle Absicherung gegen externe Schocks bieten".

"Eine mögliche Verlangsamung des Wachstums und der Stress im Bankensektor des Euroraums könnten erhebliche Auswirkungen auf Handels-, Finanz- und Vertrauenskanäle haben", so der IWF.

Seit 2009 nahm Polen an der flexiblen Kreditlinie für Krisenzeiten teil, aber das Land hat die Mittel nie in Anspruch genommen. Im vergangenen Jahr bat Polen den IWF, den Wert der FCL zu halbieren.