Ratingagentur Fitch hebt Russlands Kredit-Rating an - andere halten sich noch bedeckt

Ratingagentur Fitch hebt Russlands Kredit-Rating an - andere halten sich noch bedeckt
Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Russlands von "stabil" auf "positiv" hochgestuft, obwohl sie von einem verlangsamten Wirtschaftswachstum ausgeht und die Öleinnahmen für einige Zeit nicht auf die Höhe der frühen 2010er Jahre ansteigen werden.

In einer Erklärung vom Freitag teilte Fitch mit, dass Russlands Issuer Default Rating (IDR) erhöht wurde. Dies sagt aus, dass die Ratingagentur von einer Verbesserung der Wirtschaftssituation des Landes und einer damit einhergehenden Verbesserung der Kreditwürdigkeit ausgeht.

Mehr lesen: Russischer Wirtschaftsminister Oreschkin: Russland löst sich aus seiner Dollar-Abhängigkeit

Die Ratingagentur erklärt dazu in einer Pressemitteilung:

Russland macht weiterhin Fortschritte bei der Stärkung seiner politischen Rahmenbedingungen, was durch einen flexibleren Wechselkurs, ein starkes Bekenntnis zu Inflationszielen und eine umsichtige Haushaltsstrategie gestützt wird, die sich im kürzlich verabschiedeten Budgetbeschluss widerspiegelt. Dieser Politik-Mix wird zu einer Verbesserung der makroökonomischen Stabilität führen und zusammen mit einer soliden Außen- und Haushaltsbilanz die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft gegenüber wirtschaftlichen Schocks erhöhen.

Abhängigkeit von Erdölexporten deutlich gesunken

Russlands Inflationsrate sank von 7,1 Prozent im Jahr 2016 auf 4,1 Prozent im Jahr 2017 und wird voraussichtlich auf durchschnittlich 4,5 Prozent im Jahr 2018/19 ansteigen, was Fitch als eine "beispiellose niedrige Inflationsrate für Russland" bezeichnet. Die Erdöleinnahmen machen rund 36 Prozent des diesjährigen Budgets aus, was weit unter dem Niveau von 50 Prozent der Jahre 2011 bis 2014 liegt.

Die Anhebung des souveränen Kreditratings Russlands durch die Agentur Fitch wirft Fragen nach der Fairness früherer Herabstufungen auf. Die "Großen Drei" sind von den russischen Behörden wiederholt beschuldigt worden, die Wirtschaft des Landes absichtlich unterschätzt zu haben.

Lesen Sie außerdem: UN-Sonderberichterstatter: Anti-Russland-Sanktionen kosten Europa 100 Milliarden US-Dollar

RT sprach mit dem Investitionsguru und Finanzkommentator Jim Rogers, der sagte, dass die US-amerikanischen Rating-Agenturen inkompetent seien und in den vergangenen Jahrzehnten "viele Fehler gemacht haben".

Sie lagen so oft in der Vergangenheit falsch. Sie sind völlig inkompetent, sie wissen nicht, was sie tun", erläuterte Rogers.

Niedrige Verschuldung wird Russlands Wirtschaft weiterhin stabilisieren

Laut dem Investor wird Russlands Rating weiterhin steigen, da es eine sehr geringe Verschuldung im Vergleich zu den meisten Ländern in der Welt hat und seine wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich weiter verbessern.

"Einige haben begonnen, in Russland zu investieren. Das ist nur die Fortsetzung desselben Prozesses. Es geschieht, es wird zunehmen, aber es wird nicht so schnell gehen", sagte Rogers.

Er erwarte jedoch nicht, dass die Ratingagenturen S&P und Moody's Fitch folgen werden, indem sie ebenfalls Russlands Rating anheben.

Ich würde nicht sagen, dass es bald soweit sein könnte. Sie stehen unter viel mehr geopolitischen Druck als sie eingestehen und die meisten Leute sehen das", meint Rogers und führt als Beispiel die Vereinigten Staaten an, die das höchstmögliche AAA-Ranking haben, obwohl das Land eine sehr große Verschuldung hat.

Auch interessant:Handelsumsatz zwischen Russland und China im ersten Halbjahr 2017 um 35 Prozent gewachsen

Der russische Wirtschaftsminister Maksim Oreschkin sagte am Montag, dass eine Anhebung der russischen Ratings durch die internationalen Agenturen unvermeidlich sei. Die Finanzmärkte hätten das Rating des Landes schon lange höher eingeschätzt als die Agenturen, erklärte er und fügte hinzu, dass Moody's und S&P ihre Bewertung auf Eis gelegt hätten, weil es für sie schwierig sei, Fehler zuzugeben.

Angesichts unserer Errungenschaften in der makroökonomischen Politik und der Wiederherstellung des Wirtschaftswachstums ist die Verbesserung der Ratings einfach unvermeidlich, und sie [S&P und Moody's] warten auf den richtigen Moment, in dem es am wenigsten schmerzhaft für ihren eigenen Ruf sein könnte", sagte Oreschkin.