Deloitte-Studie: Kinderreichtum wird Indien zu "globaler Wirtschaftssupermacht" verhelfen

Deloitte-Studie: Kinderreichtum wird Indien zu "globaler Wirtschaftssupermacht" verhelfen
Schwangere Frauen in Neu Delhi
Nach Japan und China wird Indien zur dritten Triebfeder des asiatischen Wirtschaftsaufstiegs heranwachsen. Eine junge, gut ausgebildete Bevölkerung ist dabei ein entscheidender Faktor. Andere Länder des Kontinents kämpfen hingegen bereits mit Überalterung.

Ein jüngst veröffentlichter Bericht des Consulting-Unternehmens Deloitte legt nahe, dass Indien zu einer globalen Wirtschaftsmacht heranwachsen wird, zu deren Erfolgsfaktoren nicht zuletzt eine junge Bevölkerung zählt. China und die so genannten asiatischen Tiger-Staaten stehen hingegen vor großen Herausforderungen, bedingt durch die Auswirkungen eines zunehmenden Alterns ihrer Bevölkerungen.

Dem Bericht zufolge altert die Bevölkerung Asiens rapide, und bis 2042 wird es in Asien mehr über 65-Jährige geben als in der Eurozone und in Nordamerika zusammen.

Dritte Wachstumswelle nach Aufstiegen Japans und Chinas

"In Asien gibt es bereits jetzt mehr Menschen, die über 65 Jahre alt sind, als in den Vereinigten Staaten", so Deloitte. Die Zahl von Menschen dieser Altersgruppe in Asien soll bis zum Jahr 2027 von den heute bereits vorhandenen 365 Millionen auf mehr als eine halbe Milliarde ansteigen.

Indiens Potenzial an Arbeitskräften wird in den nächsten 20 Jahren von 885 Millionen auf 1,08 Milliarden Menschen anwachsen und ein halbes Jahrhundert lang in dieser Größenordnung verharren. Das Land wird die dritte große Wachstumswelle Asiens antreiben, nachdem erst Japan und dann China in den vergangenen Jahrzehnten zu den Zugpferden der asiatischen Wirtschaft aufgestiegen waren.

Grenzstreit zwischen China und Indien im Himalaya beigelegt

Indien wird mehr als die Hälfte des Zuwachses an asiatischen Arbeitskräften im kommenden Jahrzehnt ausmachen, aber es geht dabei nicht um einen bloßen Anstieg der Arbeitsplätze: Diese neuen Arbeitskräfte werden viel besser ausgebildet und vorbereitet sein als die derzeit bestehenden indischen Arbeitskräfte", sagte Anis Chakravarty, Ökonom bei Deloitte India.

Er fügte hinzu, dass "das steigende wirtschaftliche Potenzial einhergeht mit einem höheren Frauenanteil in der Belegschaft sowie der verstärkten Fähigkeit und dem Interesse, länger zu arbeiten".

"Die Folgen für die Unternehmen sind enorm", schloss der Ökonom.

Auch Indonesien und Philippinen weisen junge Bevölkerung auf

Im Deloitte-Bericht heißt es außerdem, dass andere asiatische Volkswirtschaften wie Indonesien und die Philippinen, die ebenfalls eine relativ junge Bevölkerung aufweisen, ein ähnliches Wachstum erfahren werden.

In der Zwischenzeit werden die Volkswirtschaften von China, Hongkong, Taiwan, Korea, Singapur, Thailand und Neuseeland die Auswirkungen ihrer alternden Bevölkerungen stark zu spüren bekommen, prognostiziert die Studie.

Da Chinas Bevölkerung zehnmal so groß ist wie die Japans, und da China noch kein solides Sozialversicherungssystem besitzt, besteht die Möglichkeit, dass die Alterung zu einer niedrigeren Sparquote und einer höheren Inflationsrate, einem rückläufigen Wachstum, einem sich verschärfenden Staatsdefizit und einem Druck auf die Immobilien- und Finanzmärkte führen könnte", sagte Sitao Xu, Ökonom bei Deloitte China.