Russland will führender Exporteur von Bio-Lebensmitteln werden, während Europa Zukunft in GMO sieht

Russland will führender Exporteur von Bio-Lebensmitteln werden, während Europa Zukunft in GMO sieht
In der vergangenen Woche entschied der EuGH in einem Verfahren gegen Italien, dass Rom den Anbau einer in der EU zugelassenen gentechnisch veränderten Kulturpflanze nicht verbieten darf. Gleichzeitig erhöht Russland Produktion und Export von Bio-Lebensmitteln.

Genetisch veränderte Organismen (GMO) sind in Russland seit 2016 verboten.

In jüngster Zeit ist der Bio-Lebensmittelmarkt in Russland definitiv gewachsen. Die organisch produzierte Nahrungsmittelindustrie hielt im Jahr 2015 eine Marktbewertung von 178 Millionen US-Dollar, was also ein deutlicher Anstieg von den lediglich 116 Millionen US-Dollar im Jahr 2010 ist", sagte die Ökonomin Irina Kobuta vom Regionalbüro der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen für Europa und Zentralasien gegenüber RT.

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Immer höherer Marktanteil von Bio-Lebensmitteln in Russland

"Euromonitor hat auch in Russland einen Anstieg der Ausgaben für abgepackte Bio-Lebensmittel und -Getränke festgestellt. Im Jahr 2015 kauften die Verbraucher Öko-Lebensmittel im Wert von knapp 12 Millionen US-Dollar. Russland exportiert Bio-Buchweizen, Hirse, Luzerne, Leinsamen und wild gewachsene Produkte - darunter Waldfrüchte, Pilze, Zedernnüsse und Kräuter - in verschiedene Länder. Russland exportiert auch Bio-Weizen in die EU", fügte sie hinzu.

Im Jahr 2015 kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, das Land zum größten Anbieter gesunder, ökologisch sauberer und qualitativ hochwertiger Lebensmittel zu machen, die die westlichen Produzenten "längst aufgegeben haben".

Obwohl Russland bereits jetzt mit rund zwei Milliarden US-Dollar oder 11,8 Prozent der gesamten Agrarausfuhren des Landes einen signifikanten Anteil am europäischen Markt hat, gibt es Hindernisse bei der Erhöhung dieses Anteils, räumt Kobuta ein.

Russland braucht ein Zertifizierungssystem für den Export von Bioprodukten

Die Haupthindernisse für eine erhöhte Ausfuhr von Agrar- und Ernährungsgütern auf den EU-Markt sind die Nichteinhaltung der EU-Lebensmittelsicherheitsvorschriften, die von der EU angewandten kleinen Einfuhrzollkontingente für Agrarerzeugnisse sowie Infrastruktur- und Regulierungsfragen.

Im Hinblick auf den Export von Bio-Produkten gibt es in Russland kein offizielles Zertifizierungssystem und keine Zertifizierungsstelle", sagte die Ökonomin.

Aufgrund mangelnder Regulierungen in Russland müssten lokale Produzenten, die Bio-Lebensmittel für den Weltmarkt herstellen wollen, von Dritten wie den USA oder der EU offiziell zertifiziert werden. Nur so können sie ihre Produkte als organisch oder Bio-zertifiziert kennzeichnen und diese nach außerhalb Russlands exportieren, sagte Kobuta.

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Der Gesetzentwurf "Über die Produktion von ökologischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Ergänzungen der Gesetzgebungsakte der Russischen Föderation" wurde noch nicht verabschiedet. Die Situation habe sich jedoch verbessert, nachdem Russland einen nationalen Standard für Bioprodukte verabschiedet hatte.