Russische Staatsduma: Kryptowährungen gutes Mittel zum Umgehen von Anti-Russland-Sanktionen

Russische Staatsduma: Kryptowährungen gutes Mittel zum Umgehen von Anti-Russland-Sanktionen
Dem Vorsitzenden des Duma-Ausschusses für Finanzmärkte, Anatoli Aksakow, zufolge ermöglicht der Einsatz digitaler Währungen ausländischen Investoren, Großprojekte in Russland trotz Sanktionen zu finanzieren. US-Banken machen derweil gegen den Bitcoin mobil.

Ich denke, diese neuen Instrumente, Kryptowährungen und ICO [Kapitalaufnahme über eine Kryptowährung] eröffnen eine Möglichkeit für diejenigen, die sich finanziell an russischen Projekten beteiligen wollen, einschließlich Projekten auf der Krim, die Sanktionen zu umgehen", so Aksakow.

Laut dem Ausschussvorsitzenden in der Duma, der sich für eine Legalisierung des Handels mit Kryptowährungen einsetzt, könnte das Konzept ICO bei allen Großprojekten in Russland Anwendung finden. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Tatsachen, dass die Kapitalaufnahme über eine Kryptowährung in kodifizierter Form erfolgt und betonte in diesem Zusammenhang:

Dadurch könnte der jeweilige Investor Konsequenzen durch Strafmaßnahmen im Rahmen der Anti-Russland-Sanktionen umgehen.

Bisherige Probleme im Zusammenhang mit der Regulierung von Kryptowährungen sind seiner Meinung nach leicht zu lösen. Man müsste zunächst nur ein Pilotprojekt zum Handel mit Kryptowährungen an der Börse starten.

Der Duma-Ausschuss für Finanzmärkte erarbeitet derzeit eine Strategie zur Regulierung des digitalen Währungsmarktes. Einen Gesetzesentwurf will man Ende September der Öffentlichkeit vorstellen.

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US-Großbank JP Morgan nennt Digitalwährung "Betrug"

Derweil hat der Chef der US-Großbank JP Morgan, Jamie Dimon, die Digitalwährung Bitcoin als "Betrug" bezeichnet. Der jüngste Anstieg der Digitalwährung sei schlimmer als die Tulpenzwiebelblase im 17. Jahrhundert und "werde nicht gut enden". Der Banker spielte damit auf den Tulpenfieberwahn in Holland an, im Zuge dessen die Preise für die Blumen in astronomische Höhen gestiegen waren, ehe die Blase letztlich platzte.

Igor Schuwalow, der erste stellvertretende Ministerpräsident Russlands.

Nach den Aussagen Dimons fiel der Bitcoin-Kurs auf einem der größten Handelsplätze im Internet um rund 1,25 Prozent auf 4.154,85 US-Dollar.

Zuvor hatte sich der Wert des Bitcoin seit Jahresbeginn hingegen beinahe verfünffacht. Das aktuelle Rekordhoch erreichte die Digitalwährung Anfang September bei knapp 4.980 US-Dollar.

Hintergrund:

Der Bitcoin entstand vor knapp zehn Jahren. Bitcoins werden in Rechenprozessen erzeugt und auf Plattformen im Internet gegen klassische Währungen gehandelt. Das Bitcoin-System nutzt die sogenannte Blockchain-Technologie - eine verschlüsselte Datenbank, in der alle Transaktionen gespeichert werden. Im Gegensatz zu klassischen Währungen unterliegt der Bitcoin keiner Kontrolle durch Staaten oder Notenbanken. Neben dem Bitcoin gibt es noch eine Anzahl weitere Digitalwährungen wie beispielsweise Ethereum, Monero, Litecoin und Ripple. Einige Projekte, die an den Erfolg von Bitcoin anknüpfen wollten, etwa die im Wege des Strukturvertriebs betriebene Kryptowährung OneCoin, riefen in mehreren Ländern Betrugsdezernate auf den Plan.