Östliches Wirtschaftsforum soll über 20 Milliarden US-Dollar an ausländischen Investitionen anlocken

Östliches Wirtschaftsforum soll über 20 Milliarden US-Dollar an ausländischen Investitionen anlocken
Das dritte Östliche Wirtschaftsforum (EEF2017) startet am 6. September in der Stadt Wladiwostok. Das Ziel der Veranstaltung ist es, Unternehmen und Milliarden an internationalen Investitionen in den Fernen Osten Russlands zu locken.

Über 30 Investitionsprojekte im Wert von 1,2 Billionen Rubel (20 Milliarden US-Dollar) werden auf dem EEF2017 präsentiert. Über 200 Vereinbarungen im Wert von mehr als 26 Milliarden US-Dollar wurden beim letzten Forum getroffen.

Die zweitägige Veranstaltung wird von dem russischen Präsidenten Wladimir Putin besucht, der an der Sitzung "Der russische Ferne Osten: die Schaffung einer neuen Wirklichkeit" teilnehmen wird.

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Das Forum wird Unternehmen aus Japan, Südkorea, China, Indien, Vietnam und anderen Ländern empfangen.

Das Östliche Wirtschaftsforum ist eine hochkarätige jährliche Plattform, um die Ergebnisse der wirtschaftlichen Entwicklung des russischen Fernen Ostens zu präsentieren. Das multilaterale Diskussionsformat des Forums trägt dazu bei, die internationale Zusammenarbeit im asiatisch-pazifischen Raum zu erweitern", sagte der Berater des russischen Präsidenten Anton Kobjakow.

Wladiwostok (Archivbild)

Das Geschäftsprogramm des Forums ist auf der Website des EEF2017 verfügbar. Es deckt Vorschläge zur Verbesserung des Investitionsklimas im russischen Fernen Osten, die Integration Russlands in die Wirtschaft des asiatisch-pazifischen Raums und internationale Energieprojekte ab.

"One Belt, One Road"- Initiative

Moskau und Peking diskutieren die "One Belt, One Road"-Initiative Chinas, die Dutzende von Ländern in einem globalen Infrastrukturprojekt zusammenbringt. China schlug das Wirtschaftsprojekt erstmals im Jahr 2013 vor. Das Projekt sieht zwei Komponenten vor: den Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtel und die Seeschifffahrtsstraße des 21. Jahrhunderts, von denen erwartet wird, dass sie mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung und mehr als ein Drittel der Weltwirtschaftsleistung abdecken werden.

Die Seiten planen, ein agroindustrielles Unternehmen in den russischen Gewässern der Region Primorje als Teil des gemeinsamen landwirtschaftlichen Entwicklungsfonds zu gründen. Das Projekt wird bis zum Jahr 2024 in drei Stufen umgesetzt. Die dazu notwendigen Infrastruktureinrichtungen sollen bis Ende 2017 in Betrieb gehen und ihr Bau wird ungefähr drei Milliarden US-Dollar kosten.

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Russlands Ferner Osten als zukünftiger "intelligenter" Energie-Hauptumschlagplatz

Die Teilnehmer des Forums, einschließlich der Leiter großer russischer Unternehmen, werden das Investitionspotential der Region und die Perspektiven für die Schaffung eines "intelligenten" Energieknotens im russischen Fernen Osten für die Länder des asiatisch-pazifischen Raums diskutieren.

© Alexej Nikolski/Reuters

Entwicklung neuer Industrieprojekte

Während des EEF2017 werden russische Beamte eine Reihe von Projekten starten, darunter ist auch ein neuer Goldschürfbetrieb im Oimjakonski ulus, Jakutien. Das Hightech-Unternehmen mit einer Kapazität von 700.000 Tonnen Erz pro Jahr wurde in nur zwei Jahren unter schweren Bedingungen des russischen Fernen Ostens aufgebaut.

Logistikzentrum und Seehafen-Knoten für Nordostpassage

Während des Östlichen Wirtschaftsforums 2017 wird der Start der ersten internationalen Containerlinie im freien Hafen von Kamschatka stattfinden. Die Lagerstätte mit einer Kapazität von 15.000 Tonnen wird es ermöglichen, dass Fische aus Petropawlowsk-Kamtschatski direkt an die asiatischen Märkte geliefert werden. Das Projekt sieht auch die Entwicklung des Güterverkehrs entlang der Nordsee-Route (Nordostpassage) vor, die die russische Arktis-Region überquert. Die Passage entwickelt sich zur Zeit zur kürzesten Seehandelsroute zwischen Europa und Asien.

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Moderne Technologien und Tourismus

Die Teilnehmer der EEF2017 werden die Auswirkungen der Blockchain-Technologie auf den Finanzsektor und die Rolle, die der russische Ferne Osten bei der Entwicklung vielversprechender Technologien spielen könnte, diskutieren.

Experten aus Russland, China, Japan und Südkorea werden außerdem die Aussichten für den Tourismus im russischen Fernen Osten beurteilen. Menschen aus 18 Ländern können die Region nun mit elektronischen Visa besuchen, die sie innerhalb von nur drei Tagen online erhalten können. Das Dekret, das die Erleichterung des Visa-Regimes ermöglicht, wurde vom russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew im April unterzeichnet, um den Tourismus in den fernöstlichen Regionen Russlands zu fördern.

Die besondere Einreiseregelung gilt für Staatsbürger von Algerien, Bahrain, Brunei, Indien, dem Iran, Katar, China, Nordkorea, Kuwait, Marokko, Mexiko, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, Saudi-Arabien, Singapur, Tunesien, der Türkei und Japan.

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