Wirtschaftsnobelpreisträger fordert Austritt Deutschlands aus der EU zur Überwindung der Euro-Krise

Wirtschaftsnobelpreisträger fordert Austritt Deutschlands aus der EU zur Überwindung der Euro-Krise
Angela Merkel während einer Rede zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an der Universität KU Leuven and UGent, Brüssel, Belgien, 12. Januar 2017.
Der Euro befindet sich im Aufwind, aber die Krise ist noch nicht überwunden, warnen Nobelpreisträger im Bereich Wirtschaft. Deutschland sehen sie als zu mächtig in Europa an. Der Weg aus der Krise kann nur dann funktionieren, wenn die BRD Macht abgibt, oder aus der Euro-Zone aussteigt.

Der Euro ist mit 1,1923 Dollar so teuer, wie seit Beginn des Jahres 2015 nicht mehr. Sonntagabend erzielte die europäische Gemeinschaftswährung sogar 1,1965 Dollar. Ein halbes Jahr zuvor sank der Euro Richtung Parität - hin zur 1 Dollar-Marke. Was den Kurs nach oben trieb, war eine Zusammenkunft zwischen Vertretern der Notenbanken in den USA. Investoren pochten darauf, dass Draghi gegen den Euro-Höhenflug angehen werde. Diese Vermutung traf nicht ein und die Anleger waren gezwungen, in den Euro zu investieren. 

Trotz dieser positiven Entwicklung warnen Wirtschaftsnobelpreisträger, dass ein Ende der Krise noch nicht eingetreten ist. Die positive Entwicklung ist lediglich auf die Investoren und die Hedgefonds zurückzuführen. Diese erhoffen sich kurzfristige Gewinne - und sind kein Garant für eine langfristige wirtschaftliche Stabilität in der Euro-Zone. Für eine positive Entwicklung müsse Deutschland sich zurücknehmen und an Macht abgeben. Im Extremfall sollte Deutschland sogar die Eurozone verlassen.

Roger Myerson, Nobelpreisträger 2007 aus den USA: 

Alle gemeinsam haben die hohen Schulden in Europa zugelassen, nun müssen auch alle zusammen die Verantwortung dafür übernehmen... Nur mit einer konzertierten Entschuldungsaktion kann der Euro überleben.

Myerson spricht sich für die Abkehr aus dem "Doom Loop", der Vermengung zwischen Banken und Staaten. Christoper Pissarides, Nobelpreisträger von 2010, kritisierte gegenüber der Welt die Deutsche Position, für welche er Hollande beschuldigt:

Ohne die Zustimmung der Bundesregierung geht faktisch gar nichts... Deutschland hat durch den schwachen Euro besonders profitiert und die eigene Arbeitslosigkeit in andere Staaten der Euro-Zone exportiert.

Der britische Nobelpreisträger James Mirlees geht noch einen Schritt weiter und schlägt vor, dass Deutschland aus der Euro-Zone austreten sollte, weist aber auf die Schwierigkeit eines solchen Ausstiegs hin: 

Vielleicht wäre es besser, wenn Deutschland die Euro-Zone verlässt... Man müsste sich vorher sehr genau überlegen, wie man das anstellen will. 

Für den amerikanischen Ökonomen Myerson heißt die Lösung aus der Krise innerhalb der EU: "Sündenbonds". Die Finanzierung von Staatsschulden würden zu Sündenbonds führen, wenn die Schulden über das Defizitziel hinausreichen. Besonders besorgt zeigten sich die Ökonomen im Bezug auf das Mitgliedsland Italien. Hier hätten immer größere Verschuldung zu so hohen Defiziten geführt, dass das Land nun vor einem nicht zu bewältigenden Schuldenberg steht. Eine Parallelwährung, hier waren sich die Wirtschaftsnobelpreisträger einig, ist dem Stabilitätsziel nicht dienlich. Länder, die eine Parallelwährung führten, befänden sich immer nur einen Schritt von einem Euro-Ausstieg weit entfernt. 

(rt deutsch/dpa)