Rekord: Russischer Flüssiggastanker spart durch arktische Seeroute sechs Tage auf Weg nach Asien ein

Rekord: Russischer Flüssiggastanker spart durch arktische Seeroute sechs Tage auf Weg nach Asien ein
Der russische Tanker Christophe de Margerie hat seine erste kommerzielle Reise abgeschlossen und lieferte verflüssigtes Erdgas (LNG) von Norwegen über die Nordseeroute nach Südkorea.

Die Route führte entlang der russischen Arktis und wurde in Rekordzeit abgeschlossen. Der Tanker hat trotz des Umstandes, dass das Schiff gezwungen war, Eisfelder zu durchqueren, in denen das Eis 1,2 Meter dick war, eine durchschnittliche Geschwindigkeit von mehr als 14 Knoten beibehalten können, was ungefähr 28 Kilometer pro Stunde entspricht. Dies berichtet das Portal Portnews.ru.

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Die gesamte Reise vom norwegischen Hammerfest nach Boryeong in Südkorea über die russische Nordmeerstraße dauerte 22 Tage, was zeitlich fast 30 Prozent kürzer ist als die traditionelle südliche Route durch den Suezkanal.

Der Christophe de Margerie ist der erste LNG-Tanker der Welt, der gleichzeitig Eisbrecher ist. Das einzigartige Schiff entstand im Auftrag der staatlichen Sowkomflot-Unternehmensgruppe. Es wurde gebaut, um den Transport von LNG aus dem Jamal-Projekt in der russischen Arktis zu ermöglichen. Der Tanker kann ganzjährig eingesetzt werden.

Sowjetunion versorgte entlegene Gebiete über arktische Route

Die Nordseeroute ermöglicht eine Überfahrt vom Atlantik in den Pazifischen Ozean über den kürzesten Weg, der entlang des russischen Teils des Polarkreises verläuft.

Im Vergleich zur traditionellen Suez-Kanal-Route reduziert sie die Transportzeit von China nach Europa um mindestens zwölf Tage. In der Sowjetzeit war der Nordseeweg hauptsächlich zur Bereitstellung von Gütern für isolierte Siedlungen in der Arktis in Verwendung.

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Allerdings hat es der allmähliche Anstieg der Durchschnittstemperaturen von Mitte des 19. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts den Schiffen zunehmend ermöglicht, das ganze Jahr über mithilfe von Eisbrechern durch die so genannte Nordostpassage zu segeln.

Die Nordostpassage ist heute Teil des strategischen und wirtschaftlichen Plans Russlands zur Entwicklung der Arktis. Unter den an die Region angrenzenden Nationen beansprucht das Land den größten Abschnitt des Polarkreises.

Riesige Rohstoffreserven unter dem Eis vermutet

In den letzten Jahren findet zwischen Russland, den Vereinigten Staaten, Kanada, Norwegen und Dänemark ein heftiges Rennen um Einflusszonen in der Arktis statt. Denn die Arktis ist eines der letzten Grenzgebiete, in der die Entdeckung von natürlichen Ressourcen auf Hochtouren läuft.

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Die Schifffahrtsroute ist zudem von entscheidender Bedeutung, denn unter dem Eis sollen riesige Mineral-, Rohöl- und Erdgasreserven liegen. Sie würde Russland außerdem die Kontrolle über eine große Handelsroute für Waren geben, die zwischen Europa und Asien verschifft werden.