Sanktionen gelten nur für andere: US-Import von russischem Holz steigt um 42 Prozent

Sanktionen gelten nur für andere: US-Import von russischem Holz steigt um 42 Prozent
Holzbauten in San Diego, USA, 25. März 2013.
Russland geht als Gewinner aus einem Handelsstreit zwischen Kanada und den USA hervor. Der russische Export von Bauholz in die USA stieg um 42 Prozent. Kanadisches Holz wurde nach erhöhten Tarifzöllen für die Amerikaner unrentabel. Ein Beispiel des Versagens der Amerika-Zuerst-Politik.

Zu den größten Lieferern von Bauholz in die USA zählen Deutschland und Schweden. "Bloomberg Markets" zeigt seinem Bericht, wie schnell die Märkte auf politische Dispute reagieren. 

Die Sankt Basil Kathedrale in Moskau, Russland, 18. September 2014.

In einem Telefon-Interview sagte Jerry Howard von der nationalen Vereinigung für Hausbauer: 

Es erscheint etwas unlogisch, dass wir unser Bauholz nicht von unseren Nachbarn im Norden erwerben und von den Russen kaufen. 

Die Umsätze für russisches Bauholz für den amerikanischen Markt sind nun auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2008.

Im ersten Halbjahr 2017 nahmen die Importe von Nutzholz aus Übersee um 38 Prozent zu, die Importe aus Kanada sanken um ein Prozent. Die Zusatzkosten für kanadisches Baumaterial belasten die US-Bürger nicht nur mit höheren Preisen, sondern drängt auch Konsumenten von dem Markt. Pro Mehrkosten von 1.000 US-Dollar für ein neues Eigenheim, so Bloomberg, steigen 150.000 Bauherren aus dem Markt aus. 

Der Fall ist ein Beispiel des Versagens der "Amerika-Zuerst-Politik". Die hohen Zölle auf kanadisches Holz sollten dem amerikanischen Markt helfen, sich auf inländische Lieferanten zu konzentrieren. Aber diese können die Nachfrage nicht decken.

Gewinner in diesem Fall ist, von der Regierung in Washington vermutlich ungewollt, die russische Wirtschaft. Diese hat bereits die ersten Konsequenzen aus der Anti-Russland-Politik gezogen und entgeht künftig einer Abhängigkeit des Dollars.