Export von Fisch und Whisky aus Großbritannien erreicht Rekordhoch

Export von Fisch und Whisky aus Großbritannien erreicht Rekordhoch
Die britischen Nahrungsmittel- und Getränkeexporte haben im ersten Halbjahr des Jahres zum Vergleich mit der gleichen Periode 2016 einen Rekordwert von 10,2 Milliarden Pfund Sterling erreicht. Das schwache Pfund nach dem Brexit hat den Aufschwung begünstigt.

Das Wachstum von 8,5 Prozent insgesamt geht vor allem auf den gestiegenen Absatz von Whisky, Lachs und Bier zurück, die die drei britischen Top-Exportprodukte ausmachen.

Die Exporte von Lachs stiegen Berichten zufolge um 53 Prozent, was ihren gesamten Exportwert auf 408 Millionen Pfund Sterling, das entspricht etwa 446,5 Millionen Euro, steigerte. Der Verkauf von Whisky, der die Nahrungsmittelexporte des Landes anführt, stieg um drei Prozent.

Exportwachstum in die meisten Schlüsselmärkte

Die jüngsten Zahlen, die von der Föderation für Essen und Trinken (FDF) veröffentlicht wurden, zeigen, dass Schokolade, Käse, Wein und Schweinefleisch zu den beliebtesten britischen Exportwaren in der ersten Hälfte des Jahres 2017 gehörten.

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Gleichzeitig zeigten 20 britische Schlüsselmärkte, ausgenommen Spanien und Japan, ein positives Exportwachstum aufgrund eines Wertverlustes des Pfundes nach der Brexit-Abstimmung im vergangenen Jahr.

Der Wert der Exporte nach Spanien stürzte jedoch um 17,6 Prozent ab aufgrund eines Exportrückgangs von Getreide wie Weizen und Gerste. Die britischen Exporte nach Japan gingen um zwei Prozent zurück.

Hingegen wuchsen die Exporte nach Südkorea um 77 Prozent, da das Land augenscheinlich schnell Gefallen am britischem Bier fand. Derweil stiegen auch der Absatz nach China um 35 Prozent und jener nach Belgien um 39 Prozent an.

USA als primärer Zielmarkt nach dem Brexit

Der Verkauf von Nahrungsmittel und Getränken in die USA erreichte den Wert von 91,5 Millionen Pfund, umgerechnet 100,15 Millionen Euro, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, während im letzten Jahr im gleichen Zeitraum noch 87,8 Millionen Pfund (96,09 Mio. €) eingefahren worden waren. Die USA sind Großbritanniens größter Nicht-EU-Markt für Lebensmittel-Exporte, der vor dem Hintergrund des Brexit und für die Zeit nach dem Austritt aus der EU als besonders attraktiv erscheint.

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Während das schwache Pfund Sterling die britische Wettbewerbsfähigkeit in Übersee verbessert, führte es zu einer Zunahme bei den Ausgaben für importierte Zutaten und Rohstoffe, sagt die FDF.

Die Folge war, dass das Nahrungsmittel- und Getränkehandelsdefizit in diesem Jahr um 16 Prozent gestiegen ist, was ungefähr 12,4 Milliarden Pfund ausmacht, das wären in etwa 13,57 Milliarden Euro.