Diplomat: USA können russisches Gas in EU nicht ersetzen, auch wenn sie es gratis verschiffen

Diplomat: USA können russisches Gas in EU nicht ersetzen, auch wenn sie es gratis verschiffen
Die Vereinigten Staaten werden Russland höchstwahrscheinlich nicht als Hauptlieferant von Gas in Europa ersetzen können, so der russische Gesandte bei der Europäischen Union, Wladimir Tschischow.

"Selbst wenn die US-Amerikaner verflüssigtes Erdgas (LNG) gratis nach Europa liefern würden, hätten sie einfach nicht genug Möglichkeiten, russische Lieferungen zu ersetzen", sagte Tschischow in einem Interview mit Sputnik Radio.

Der Gesandte legt drei Gründe nahe, warum die USA die russischen Gaslieferungen nicht ersetzen können.

"In den Vereinigten Staaten gibt es derzeit ein einziges Export-Terminal für den LNG-Export, das sich in Louisiana befindet. Sie planen, ein halbes Dutzend weiterer Terminals in verschiedenen Teilen des Landes zu bauen. Das wird aber Zeit brauchen", sagte Tschischow.

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"Zweitens könnte die in den Vereinigten Staaten produzierte Gasmenge nicht für den europäischen Markt ausreichen", fügte er hinzu.

Der dritte Grund sei, dass Europa nicht genug Terminals hat, um LNG oder Tanker für den Transport entgegenzunehmen, sagte der russische Diplomat.

Im vergangenen Jahr haben die USA die LNG-Versorgung nach Europa erhöht. Allerdings macht das nur sechs Prozent des europäischen LNG-Imports aus, dabei sind die Erdgaslieferungen über Pipelines nicht berücksichtigt.

Royal Dutch Shell und BP haben bestätigt, dass Russland bis 2035 weiterhin Europas Top-Gaslieferant sein wird. "Der russische Anteil am europäischen Gasmarkt stieg im letzten Jahr um 34 Prozent", so Gazprom.

Außerdem importierte Europa auch 24 Prozent aus Norwegen, 13 Prozent kamen in LNG-Lieferungen und elf Prozent aus Algerien.