Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde: IWF zieht vielleicht nach China um

Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde: IWF zieht vielleicht nach China um
Die Leiterin des IWF, Christine Lagarde, sagt, dass die Organisation in den nächsten zehn Jahren ihren Hauptsitz von Washington nach Peking verlegen könnte. Voraussetzung wäre, dass der Wachstumstrend in China weiter anhält.

Die Veränderungen in den großen Schwellenländern spiegeln sich in der Abstimmungsstruktur des IWF wider. Laut Lagarde muss der Fonds seine Vertretung in der Region erhöhen. 

"Das könnte sehr gut bedeuten, dass  - wenn wir dieses Gespräch in zehn Jahren führen - wir vielleicht nicht in Washington D. C. sitzen werden, sondern in unserem Hauptsitz in Peking", sagte die Geschäftsführerin der Organisation.

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Die Politikerin betonte, dass die Schwellenländer derzeit immer bedeutender und einflussreicher werden. Die Gesetze des IWF erfordern, dass sich der Hauptsitz der Institution in der größten Mitgliedsgesellschaft befindet.

Seit seiner Gründung vor 70 Jahren befindet sich die Zentrale des IWF in den USA. Die US-Regierung hat ein wirksames Veto gegen IWF-Beschlüsse mit einem Anteil von 16,5 Prozent an seinen Vorstandsstimmen.

Analysten meinen, dass China eine Chance hat, die USA beim Bruttoinlandsprodukt im Laufe der nächsten zehn Jahre zu überholen. Damit wird die Volksrepublik zur weltweit größten Volkswirtschaft in nominalen Begriffen. Dem Land werden Wachstumsraten von über sechs Prozent prognostiziert werden.

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Allerdings argumentieren einige Experten, unter denen sich auch IWF-Ökonomen befinden, dass China bereits jetzt mehr zu einem globalen Wachstum auf einer Kaufkraft-Paritätsbasis beiträgt, was die Preisunterschiede ausgleicht.

Der IWF überarbeitete zuletzt im Jahr 2010 seine Abstimmungsstruktur, wobei der Anteil von China auf 6,41 Prozent anstieg. Der Fonds plant, im nächsten Jahr eine weitere Überprüfung vorzunehmen.

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