Opec-Treffen in Sankt Petersburg: Förderbegrenzung scheitert an USA

Opec-Treffen in Sankt Petersburg: Förderbegrenzung scheitert an USA
In Sankt Petersburg trafen sich die Opec-Länder mit weiteren Staaten. Die Förderstaaten versuchen weiterhin, die Erdölmenge zu begrenzen. Man einigte sich auf eine Verlängerung des bestehenden Abkommens. Aber die USA müssten einbezogen werden.

Die OPEC-Länder haben sich am 24. Juli in Sankt Petersburg mit einer Reihe von Staaten zusammengesetzt, die das Kartell dabei unterstützen, die Erdölförderung einzuschränken. Dieses Zusammentreffen bekam den Namen OPEC+ und endete mit mehreren für den Weltenergiemarkt wichtigen Entscheidungen.

Dieses sogenannte OPEC-Monitoring-Committee, bei dem neben den Mitgliedstaaten des Kartells auch elf Nicht-OPEC-Länder vertreten sind, schlug vor, das Abkommen zur Einschränkung der Erdölproduktion, das Anfang 2018 endet, zu verlängern. Das soll den Defizit an Energieressourcen auf dem Markt anregen und die Erdölpreise ausbalancieren.

Entgegen der Prognosen vieler Analytiker ist es dem Kartell nicht gelungen, die Problemstaaten Libyen und Nigeria dazu zu überreden, ihre Ölförderung zu senken.  Die Teilnehmer des "OPEC+"-Treffens haben zwar beschlossen, den Förderprozess der Kohlenwasserstoffe in diesen Ländern wiederherzustellen, dabei beabsichtigen sie aber, den Einfluss des Förderwachstums auf die Balance zwischen Nachfrage und Angebot in der Welt aufmerksam zu beobachten. Das hat der Energieminister Saudi-Arabiens, Khalid Al-Falih, mitgeteilt.

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Anzumerken ist, dass der Erdölminister von Kuweit, Essam al-Marzouq, in einem Bloomberg-Interview verkündete, dass die Länder des OPEC+ Libyen und Nigeria darum bitten werden, ihre Förderung einzuschränken.

Die inneren Differenzen innerhalb des Kartells sind mit dem Anstieg der Ölgewinnung in den OPEC-Staaten seit Anfang 2017 verbunden, obwohl ein Abkommen zur Eindämmung dieser Förderung existiert. Die Gründe für die Überproduktion sind vor allem in dem starken Anstieg der Erdölgewinnung in Libyen und Nigeria zu finden.

Als Resultat der Gespräche in Sankt Petersburg teilte der Generalsekretär der OPEC-Staaten Mohammed Barkindo mit, dass Nigeria sich dem "OPEC+"-Abkommen anschließen wird, wenn es ein tägliches Förderniveau von 1,8 Millionen Barrel erreicht.

Die Erdölpreise haben bereits auf die Mitteilung über die mögliche Verlängerung des oben genannten Abkommens und die Entscheidung des OPEC+ in Bezug auf die Situation mit Nigeria reagiert, meint Iwan Manaenko, Leiter der Analyseabteilung der Investitionsgesellschaft Weles Kapital. Die Börsenpreise für die gängigen Erdölsorten blieben gestern im Laufe des ganzen Tages stabil und verzeichneten kaum Kursveränderungen.

Totale Kontrolle                                                     

Eine weitere Entscheidung, die bei dem Treffen in Sankt Petersburg getroffen wurde, ist die Einführung einer Kontrolle über den Export von Erdöl. Das verkündete der saudische Energieminister Khalid Al-Falih. Saudi-Arabien werde seinen Druck auf die Staaten vergrößern, die die Abmachungen bei der Eindämmung der Erdölförderung sowie bei der Kontrolle des Umfangs ihrer Ölexporte nicht einhalten.

Der russische Energieminister Aleksandr Nowak stellte klar, dass alle Staaten, die die Verpflichtungen im Rahmen der Deklaration über eine Zusammenarbeit unterschrieben haben, diese auch zu 100 Prozent umsetzen müssen. Er fügte hinzu, dass ein Monitoring nicht nur bei Ölexporten, sondern auch bei Exporten von Erdölerzeugnissen durchgeführt werden sollte.

Im Juni 2017 haben die "OPEC+"-Staaten die Bedingungen der Fördersenkung fast vollständig erfüllt. Innerhalb eines Halbjahres wurde ein Durchschnitt von 98 Prozent erreicht. Nowak merkte an, dass heute zum ersten Mal nach drei Jahren ein Rückgang an gelagertem Erdöl und Erdölerzeugnissen zu verzeichnen ist.

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Kooperation mit Übersee?

US-Fracking-Firmen sind an Verhandlungen mit der OPEC interessiert, sagte Barkindo, der Chef der OPEC, in einem Interview mit dem TV-Sender RBK. Seinen Worten nach wird der Dialog mit US-amerikanischen Unternehmen im vierten Quartal dieses Jahres fortgesetzt. Außerdem sei die Heranziehung anderer Fracking-Staaten zum Dialog mit dem Kartell geplant.

Er schloss nicht aus, dass die USA sich nach einiger Zeit dem "OPEC+"-Format anschließen würden und merkte an, dass es unmöglich sei, die Menge an Fracking-Öl auf dem Markt zu ignorieren.

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