Neue Seidenstraße im Eis - China investiert Milliarden in Seeroute entlang des Arktischen Kreises

Neue Seidenstraße im Eis - China investiert Milliarden in Seeroute entlang des Arktischen Kreises
China weitet seine Investitionen in Infrastrukturprojekte aus, die den Handel zwischen Europa und Asien beschleunigen sollen.
China treibt die eurasische Integration mit massiven Investitionen in die Infrastruktur voran. Dieses Jahr hat das Land bereits 20 Milliarden US-Dollar in ausländische Häfen investiert. Peking plant, die "Neue Seidenstraße" mit einer Seeroute entlang des Arktischen Kreises zu ergänzen.

Während die chinesische Wirtschaft derzeit stärker als erwartet wächst - im zweiten Jahresquartal legte die zweitgrößte Volkswirtschaft um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu – beschleunigt das Land den Aufkauf ausländischer Häfen. In diesem Jahr investierte China bereits 20 Milliarden US-Dollar in Auslandshäfen. Die Investitionssumme ist doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum.

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China investierte dieses Jahr aber nicht nur in die maritime Infrastruktur entlang der Neuen Seidenstraße ("One Belt, One Road"), darunter vier Häfen in Malaysia und ein Hafen in Indonesien. Das einwohnerreichste Land der Welt treibt darüber hinaus auch seine Pläne voran, eine neue Schifffahrtsroute entlang des sogenannten Arktischen Kreises zu eröffnen.

Durch die neue Route könnte der Warenverkehr zwischen China und Europa um einige Tage verkürzt werden. Eines der geplanten Projekte ist ein Tiefwasserhafen nahe der nordrussischen Stadt Archangelsk. Auch der Hafen der litauischen Stadt Klaipėda zieht das Interesse chinesischer Anleger auf sich. Laut der Financial Times sind auch Investitionen in norwegischen und isländischen Hafenanlagen im Gespräch.

China investiert in Infrastruktur für eine neue Seeroute entlang des Arktischen Kreises.

Einige der Investitionen Chinas werfen die Frage auf, ob Peking unter dem Deckmantel des Handels eine nicht verkündete strategische Agenda verfolge, sagte Jonathan Hilman, Direktor des Center for Strategic and International Studies, gegenüber der US-Zeitung.

„Strategisch betrachtet, öffnet der Besitz von Häfen die Tür für nicht-kommerzielle Aktivitäten, wie die Stationierung militärischer Kräfte und die Sammlung von Geheimdienstinformationen“, so Hilman.

Aber abgesehen von großen Strategien gibt es auch eine niedrigschwellige Politik. Interessengruppen in China und seinen Partnerländern warten begierig darauf, sich an neuen Projekten zu beteiligen. Und nun können sie das unter dem umfassenden Banner der chinesischen Seidenstraßen-Initiative machen.

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Vor zwei Monaten hatte China einen Gipfel zur "Neuen Seidenstraße" ausgerichtet, an dem sich Vertreter von mehr als einhundert Nationen beteiligten. Für das ambitionierte Projekt ist ein Investitionsvolumen von über 100 Milliarden Euro zur Finanzierung von Häfen, Straßen, Bahnstrecken und anderer Infrastruktur veranschlagt.

Die "Neue Seidenstraße" soll die eurasische Integration vorantreiben.

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