Experte: Großbritannien gibt ohne Not Milliarden für militärisches US-Pannenflugzeug F-35 aus

Experte: Großbritannien gibt ohne Not Milliarden für militärisches US-Pannenflugzeug F-35 aus
Das Flugzeug des Typs F-35 hat in fast allen Aspekten ernsthafte Mängel, warnt der Luftfahrtanalytiker Pierre Sprey. Großbritannien wird trotzdem am Kauf des US-amerikanischen Kampfflugzeugs für insgesamt fast 200 Milliarden US-Dollar festhalten.

Britische Regierung und Presse propagieren den neuen Kampfflieger als Eckpfeiler einer erneuerten militärischen Vormacht der Insel. So soll das Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug F-35 beispielsweise auf dem neuen britischen Flugzeugträger "Queen Elizabeth" stationiert werden. Insgesamt erwirbt London 138 Stück des Pannenflugzeugs.

Der US-amerikanische Luftfahrtexperte Pierre Sprey, den das Portal Politics Home zitiert, glaubt hingegen nicht an die Fähigkeiten des F-35. Der Kampfjet neuester Generation habe "unglaubliche und abnormal viele" Probleme, die immer noch ungelöst seien.

Kriegsschiffe können übermittelte Daten nicht empfangen

Sprey betonte, dass die an Bord befindlichen Computer anfällig für Cyberattacken sind. Diese Anfälligkeit würde eine Operation des F-35 von vornherein in Frage stellen. Eine weitere Baustelle sind offene Fragen bezüglich der Interoperabilität zwischen dem Kampfflugzeug und Kampfschiffen, mit denen es sich bei Überseeoperationen koordinieren soll.

Ein Pilot im Cockpit einer Lockheed Martin F-35: Auf der 52ten Pariser Luftshow pries der Rüstungskonzern den Europäern seine neuste Waffe an, Paris, 18. Juni 2017.

Während der Kampfjet F-35 mit der Fähigkeit ausgestattet wurde, Daten unerkannt an Schiffe zu übermitteln, seien britische Kriegsschiffe zu unterentwickelt, um diese Daten empfangen zu können. Sprey hinterfragte aus diesem Grund die grundsätzliche Herangehensweise des militärischen Beschaffungsamtes in Großbritannien.

Die Probleme sind jedoch nicht nur auf die Konnektivität des F-35 beschränkt. Sprey sagte:

Die Manövrierfähigkeit ist schrecklich schlecht. Es hat echte Probleme, schnell auf niedriger Höhe zu fliegen. Das Flugzeug überhitzt. Um der Überhitzung beizukommen, müssen die Bombenklappen geöffnet werden, um die Raketen zu kühlen, die an Bord sind.

Nach Flugzeugträger "Queen Elizabeth" die zweite große Pleite

Die Technologie, die dem Kampfpiloten beim Navigieren helfen soll, ist ein "schreckliches Durcheinander", bemerkte der Flugzeugexperte. Er fügte hinzu:

Die Logistikcomputer lähmen die Fähigkeit, die Flugzeuge von einem Flugplatz zum anderen zu bringen.

Auch das neue Vorzeigeschiff der britischen Armee, der Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth, ist nur bedingt konflikttauglich. Das Schiff, dessen erste Seetests im Juni begannen, weist eine schlechtere WLAN-Qualität als der Durchschnittshaushalt in Großbritannien auf, monierte Sprey. Das britische Nachrichtenportal The Telegraph informierte Ende Juni zudem, dass der Flugzeugträger mit einer veralteten Windows-XP-Version betrieben wird. Das System sei dadurch nur mäßig vor Hackerangriffen geschützt.

Auch hochrangige Militärs in Großbritannien selbst äußerten bereits ihre Zweifel am neuen Flugzeugträger und an der F-35, das als teuerstes Rüstungsprogramm der Welt gilt. Der britische General Sir Richard Barrons, ehemaliger Chef der Abteilung für militärische Informationstechnologie, stellte vor kurzem in einem Interview über die Queen Elizabeth mit The Times fest:

Man braucht einfach genügend Kapazität, um mit allen anderen Plattformen zu kommunizieren. Dazu zähle ich Schiffe, Flugzeuge und Hauptquartiere.

Dies sei zum gegebenen Zeitpunkt nicht gewährleistet.