Boom-Stimmung: Handel zwischen Russland und China wächst um mehr als 25 Prozent

Boom-Stimmung: Handel zwischen Russland und China wächst um mehr als 25 Prozent
Der Handel zwischen Moskau und Peking hat in den ersten sechs Monaten des Jahres deutlich zugelegt. Das Gesamtvolumen der bilateralen Wirtschaftskooperation wuchs um 26 Prozent. Russlands Ausfuhren in das Reich der Mitte stiegen um fast 30 Prozent an.

Im Juni erreichte der Handel Russlands mit China einen Gesamtumfang von 39,78 Milliarden US-Dollar. Die russischen Exporte machten im gleichen Zeitraum einen Sprung um 29,3 Prozent auf 20,34 Milliarden US-Dollar im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die chinesischen Exporte stiegen gleichzeitig um 22,2 Prozent und kamen auf einen Wert von 19,44 Milliarden US-Dollar.

Noch 2016 war über das gesamte Jahr hinweg der Handel zwischen Moskau und Peking um nur 2,2 Prozent auf 69,52 Milliarden US-Dollar gewachsen. Bis 2020 wollen beide Staaten nun ein Handelsvolumen von 200 Milliarden US-Dollar erreichen.

Im Juli einigten sich der russische Fonds für Direktinvestitionen und die Entwicklungsbank Chinas darauf, einen gemeinsamen russisch-chinesischen Investitionsfonds zu gründen. Der Fonds soll mit einem Kapital von zehn Milliarden US-Dollar ausgestattet werden. Neben der Stärkung der zwischenstaatlichen Investitionen ist das Ziel des Fonds in erster Linie, den Handel in den jeweiligen nationalen Währungen zu erleichtern.

Beide Länder wollen US-Dollar als Leitwährung etwas entgegesetzen

Moskau und Peking betonen die Notwendigkeit von Zahlungen in lokalen Währungen für den bilateralen Handel. Beide Staaten lehnen den US-amerikanischen Dollar als internationales Zahlungsmittel ab. Stattdessen wollen Russland und China jeweils den Rubel und Yuan stärken.

Eine verstärkte Abwicklung des Handels in lokalen Währungen wurde beim jüngsten Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in Russland beschlossen.

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Russland jetzt größter Öllieferant für Peking

Zu den wichtigsten bilateralen Projekten gehören die Pipeline "Macht Sibiriens" und eine Verflüssigungsanlage für Erdgas auf der Yamal-Halbinsel in der russischen Arktis. Vergangenes Jahr überholte Russland die saudische Konkurrenz als größten Öllieferant in China.

Peking entwickelt unterdessen einen neuen Transportkorridor nach Europa. Unter dem Namen "Neue Seidenstraße" will China neben Kasachstan auch Russland an die Route nach Europa anbinden.