Auswirkung der Saudi-Blockade: Qatar Airways reduziert Order bei Airbus im Wert von 1,2 Milliarden

Auswirkung der Saudi-Blockade: Qatar Airways reduziert Order bei Airbus im Wert von 1,2 Milliarden
Qatar Airlines ist einer der größten Kunden des A350 von Airbus
Qatar Airways verweigert Airbus die Abnahme von vier Großraumjets vom Typ A350. Das Unternehmen begründete den Schritt mit Problemen bei Zulieferern. Gleichzeitig ist es durch die gegen Katar verhängte Blockade betroffen. Der wirtschaftliche Schaden für Airbus ist beträchtlich.

Am Donnerstag bestätigte das deutsch-französische Unternehmen Airbus, dass die Fluggesellschaft Qatar Airways eine Bestellung von vier A350-900 Großraumjets im Wert von 1,2 Milliarden Euro annuliert hat. 

Als offiziellen Grund dafür nannte der Qatar-Airways-CEO Akbar al-Baker am Rande der Dublin-News-Konferenz, dass Airbus die Maschinen nicht rechtzeitig geliefert habe. Laut Vertrag habe die Golflinie das Recht, die Annahme im Fall solcher Verspätungen abzulehnen.

Ein Airbus-Sprecher sagte, es habe im vergangenen Jahr Verspätungen beim Hochfahren der Produktion gegeben, hauptsächlich aufgrund von Problemen bei Zulieferern. Branchenspezifische Berichte bestätigten dies und meldeten Patzer in der Verarbeitung von Kabinenprodukten des A350-Ausrüsters Zodiac Aerospace. Die Golflinie ist der größte Kunde des A350 und war auch dessen Erstbetreiber. Nach Angaben eines Airbus Sprechers bleibt Qatar Airways ein wichtiger Kunde.

Qatar Airways ist direkt von der Anfang Juni gegen das Land verhängten Blockade betroffen. Demnach dürfen deren Flugzeuge aufgrund der Flugbeschränkungen die Territorien der Nachbarländer Saudi-Arabien, Bahrain und der Vereinigten Arabischen Emirate nicht mehr überfliegen und müssen somit Umwege in Kauf nehmen. Qatar Airways hat zudem, wie auch andere Airlines aus der Region, infolge von Beschränkungen auf US-Flügen mit rückläufigen Buchungen zu kämpfen.

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Der deutsche Außenminister und ehemalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel kündigte an, auf dem G20-Gipfel in Hamburg mit US-Außenminister Rex Tillerson über die gegen Katar verhängten Sanktionen zu sprechen. Er war im Rahmen der Katar-Krise in den Golf gereist.

Geschäfte trotz Flugbeschränkungen

Qatar Airlines konnte die Auswirkungen des Flugverbotes und den Verlust des Zugangs zu 18 Zielen im Nahen Osten zudem abmildern, indem sie Flieger, welche ansonsten stillgestanden hätten, nach Großbritannien verlegte, wo somit streikbedingte Flugausfälle der British Airways verhindert werden konnten.

Aus Irland verkündete al-Baker weiterhin, dass bereits eine zweite tägliche Flugroute zwischen Dublin und Doha geplant ist, was aber nicht mit den Luftraum-Wegen um die Golf-Nachbarn zusammenhänge.

Airbus konnte am Rande des Besuchs von Chinas Präsident Xi Jinping in Berlin einen 20-Milliarden-Deal über 140 Flugzeuge verbuchen, einem der größten Verträge der vergangenen Jahre für den europäischen Luftfahrtkonzern.

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