Nichts aus dem Donbass: USA wollen Kohle an ohnehin kohlereiche Ukraine verkaufen

Nichts aus dem Donbass: USA wollen Kohle an ohnehin kohlereiche Ukraine verkaufen
US-Präsident Donald Trump hat gelobt, das „riesige Energiereichtum“ der Vereinigten Staaten zu entfesseln. Er will unter anderem US-amerikanische Kohle an die im Prinzip energiereiche Ukraine verkaufen. Kiew ist wegen des militärischen Konfliktes mit der östlichen Donbass-Region einem Energieengpass ausgesetzt.

Unsere Kohle-Exporte in die Ukraine werden „unsere Verbündeten unabhängig halten und ihr Vertrauen in uns stärken“, kommentierte der US-Energieminister Rick Perry.

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Im Frühjahr dieses Jahres stoppte die ukrainische Regierung den Kauf von Kohle aus den abtrünnigen Volksrepubliken im Donbass. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem Kiew-nahe Milizen Eisenbahnlinien in den Osten des Landes blockierten. Die Blockade führte zu massiven Engpässen bei Kohlekraftwerken, die von der ukrainischen Regierung betrieben werden.

Für Kiew gab es drei Alternativen, um das Ausbleiben aus dem Donbass zu kompensieren. Es konnte Kohle aus Russland, Südafrika oder den Vereinigten Staaten einführen. Kohle aus Russland wurde aus politischen Gründen abgelehnt. Südafrikanische Kohle war zu teuer. Die USA blieben als einziger Anbieter übrig.

„Die Ukraine teilte uns bereits mit, dass sie Millionen Tonnen von Kohle braucht. Im Moment gibt es viele, die Kohle brauchen. Wir wollen es ihnen und allen anderen auf der Welt verkaufen“, sagte Präsident Trump bei einer Veranstaltung im US-Wirtschaftsministerium, der Kohle- und Energie-Vertreter beiwohnten.

Im Vorfeld seiner Wahl zum Präsidenten versprach Trump, neue Arbeitsplätze für US-amerikanische Bergleute zu schaffen. Der Präsident sagte, er wird die Eindämmungspolitik der Kohleproduktion unter der Obama-Administration auflösen. Die USA sollen den „Energiemarkt dominieren“.

„Wir sind ein Spitzenproduzent von Erdöl und die Nummer eins beim Erdgas. Wir haben so viel mehr, als wir je gedacht haben. Wir sind wirklich ganz vorne auf dem Fahrersitz“, kommentierte Trump die Stellung der USA im globalen Energiemarkt.

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Neben der Expansion von Erdöl- und Kohleexporten will Trump die Flüssiggas-Ausfuhren der USA nach Asien forcieren. Die US-Regierung verhandelt mit Südkorea über die Belieferung mit Flüssiggas, erklärte der US-Präsident.