Nach neuen EU-Sanktionen: Russland erwägt Ausweitung von Lebensmittelembargo

Nach neuen EU-Sanktionen: Russland erwägt Ausweitung von Lebensmittelembargo
Die russische Regierung wird Gegenmaßnahmen gegen die Europäische Union einleiten und das Lebensmittelembargo um weitere 18 Monate verlängern, informierte der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew. Seine Aussage kommt nur einen Tag, nachdem die EU beschlossen hat, ihr Sanktionsregime gegen Russland zu verlängern.

„Natürlich werden wir passend reagieren. Gestern haben wir dieses Thema mit Präsident Wladimir Putin besprochen. Die Regierung wird einen Vorschlag vorlegen, um das Einfuhrverbot um ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember zu verlängern“, äußerte Medwedew am Donnerstag während einer Kabinettssitzung.

Der Minister bedauerte, dass „die europäischen Partner ihre nicht sehr konstruktive Linie gegen Russland weiterfahren“.

Am Mittwoch verlängerte die Europäische Union ihre Wirtschaftssanktionen gegen Russland um sechs Monate. Die Beschränkungen betreffen den Energie-, Rüstungs- und Finanzsektor. Die Sanktionen laufen bis zum 31. Januar 2018. Die EU verteidigt das Sanktionsregime mit der Ukraine-Krise und der russischen Wiedervereinigung mit der Halbinsel Krim 2014.

Als Antwort auf europäische Sanktionen erließ der Kreml ein Embargo auf Landwirtschaftsprodukte, Lebensmittel und Rohmaterialien, die aus der EU kommen. Moskau erklärte, dass es sein Embargo nur zurücknehmen wird, wenn die EU ihre Sanktionen zurückschraubt.

Laut Medwedew helfen die russischen Gegenmaßnahmen auch der heimischen Landwirtschaft, die landesweite Lebensmittelproduktion zu stärken. „Wir unterstützen damit die russische Landwirtschaft. Die Bauernschaft bat uns um die Ausweitung des Embargos“, sagte Medwedew. Auch der russische Präsident erklärte, dass das Embargo „solange wie möglich aktiv sein sollte“.