Großbritannien wird dem EU-Binnenmarkt den Rücken kehren

Großbritannien wird dem EU-Binnenmarkt den Rücken kehren
Ein Mitarbeiter der Tokioter Börse, Japan, 24. Juni 2016.
Am Montag bestätigte der Brexit-Minister David Davis die Absage der Briten an einen künftigen EU-Binnenmarkt. Ein harter Brexit, der Großbritannien wieder die Kontrolle über sein Land zurückgebe, bedeute auch einen Austritt aus diesem und der Zollunion.

Am 19. Juni beginnen die Verhandlungen zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Premierministerin Theresa May konnte bei den jüngsten Unterhauswahlen in ihrem Land die angestrebte absolute Mehrheit für ihre Partei der Tories nicht erreichen. Sie strebt nun eine Koalition mit der konservativen Unionist Party (DUP) an. 

Das Institute of Directors präsentierte nun die Ergebnisse einer Umfrage, die ergab, dass 57 Prozent der britischen Unternehmen pessimistisch in die ökonomische Zukunft blickten. Vor den Wahlen waren es nur 34 Prozent. In einem Reuters-Kommentar von Neil Umack vertritt der Autor der Ansicht, dass die Wahlergebnisse die Verhandlungsmacht Großbritanniens im Bezug auf den Brexit beschneiden. Notwendig sei es nun, auch die Partei Jeremy Corbyns miteinzubeziehen, falls sich dieser dazu bewegen ließe. Dies würde seiner Meinung nach auch zeigen, dass Theresa May die Interessen des Landes vor jene ihrer Partei stelle. 

Die Königsmacher: Die Abgeordneten der Democratic Unionist Party (DUP) und deren Vorsitzende Arlene Foster im neu gewählten Parlament in Belfast, 9. Juni 2017.

Den fehlenden Anschluss Großbritanniens an den EU-Binnenmarkt soll ein Freihandelsabkommen mit der EU ersetzen. Um Teil des EU-Binnenmarkts zu sein, muss sich ein Land dem Europäischen Gerichtshof anschließen. Die Brexit-Verhandlungen werden voraussichtlich zwei Jahre andauern. Bereits jetzt droht eine Verlängerung der Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU.

Die Europäische Union gab bekannt, dass es, sollte Großbritannien zeitgleich mit dem Austritt ein Freihandelsabkommen mit der EU verhandeln wollen, zu einer einjährigen Verzögerung kommen werde. May konterte, dass ihr Land nur zu seinem eigenen Vorteil verhandle. 

Unklar ist, welche Auswirkungen der Brexit auf die EU-Bürger im Vereinigten Königreich haben wird. Theresa May sieht die Zahl der EU-Bürger in Großbritannien als zu hoch an. Bis zum Ende dieses Jahres soll das Aufenthaltsrecht der EU-Bürger im Land des Brexit geklärt werden. Auch soll eine neue Grenze in Irland künftig das EU-Mitglied vom Nicht-Mitglied trennen. Zudem gibt es noch Unstimmigkeiten über noch ausstehende Zahlungen der britischen Regierung an die Europäische Union. 

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