Russlands Volkswirtschaft befreit sich von Abhängigkeit des internationalen Ölpreises

Russlands Volkswirtschaft befreit sich von Abhängigkeit des internationalen Ölpreises
Der russische Haushalt hat sich erfolgreich an globalen Ölpreisschwankungen angepasst, erklärte der russische Finanzminister Anton Siluanow am Freitag. Das Defizit im Nicht-Energiebereich ist gesunken, während der Rubel im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent zulegte. Dies beweise die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft gegenüber zu niedrigen Rohölpreisen.

„Wir sehen, dass das Haushaltsdefizit, ausgenommen der Erdöl- und Erdgaseinnahmen, gesunken ist. Dies beweist die Stabilität unseres Haushaltsbudgets gegenüber verschiedenen Veränderungen im externen Wirtschaftsumfeld“, erklärte der Minister mit Blick auf Russlands traditionelle Abhängigkeit von der globalen Energiepreisentwicklung.

Dieser Indikator wird alleine dieses Jahr um 0,6 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt fallen", führte Siluanow aus.

Das ist der niedrigste Wert seit neun Jahren, betonte er.

Ursprünglich hatte die indische Öl- und Erdgasgesellschaft ONGC das Feld Farzad B entdeckt.

Der russische Rubel gehört seit nicht weniger als 52 Wochen zu den weltweit sich am stärksten entwickelnden Währungen. Im Laufe dieses Jahres legte er um elf Prozent an Wert hinzu. Am Freitag handelte das internationale Finanzparkett 57 Rubel gegenüber einem US-Dollar und 63,6 gegenüber dem Euro. Seit dem 25. Mai bleibt die russische Währung trotz eines um 10 Prozent rückläufigen Ölpreises stabil.

Das Haushaltsdefizit, ausgenommen des Energiesektors, dürfte in Zukunft auf mindestens sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts fallen, sagte der Finanzminister.

Das russische Gesamthaushaltsbilanzdefizit wird in diesem Jahr bei rund 2,1 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt liegen. Ursprünglich kursierte der bei 3,2 Prozent, äußerte Siluanow.

2016 trugen Verkäufe aus dem Geschäft mit Erdöl, Erdgas und anderen Kohlenwasserstoffen mit 38 Prozent zum russischen Haushalt bei. Der Prozentsatz wird voraussichtlich dieses Jahr auf 37 Prozent absinken.

Dieses Jahr könnte die Volkswirtschaft von Russland um ein Prozent wachsen trotz anhaltender Sanktionen aus dem Westen. Die Inflation des Landes fällt wahrscheinlich unter fünf Prozent nach 5,8 Prozent im Vorjahr.