Nach Dissens mit Indien: Iran vergibt Förderrechte für Erdgasfelder an Russland

Nach Dissens mit Indien: Iran vergibt Förderrechte für Erdgasfelder an Russland
Ursprünglich hatte die indische Öl- und Erdgasgesellschaft ONGC das Feld Farzad B entdeckt.
Teheran hat dem russischen Energieriesen Gazprom die Förderrechte für das iranische Erdgasfeld Farzad B erteilt. Dieses hatte ursprünglich ein indisches Unternehmen exploriert. Nachdem Indien weniger iranisches Öl kaufen wollte, bekam Russland den Zuschlag.

"Wir haben eine erste Vereinbarung mit Gazprom über die Erdgasfelder Farzad B, Nord Pars und Kisch unterzeichnet", sagte der iranische Erdölminister Bischan Namdar Zanganah im Gespräch mit Argus Media.

Das indische Energieunternehmen ONGC hatte das Farzad-B-Feld 2012 entdeckt. Die Reserven des Erdgasfeldes sollen sich auf 614 Milliarden Kubikmeter belaufen. Dabei sollen 60 Prozent des Erdgases förderbar sein. Die tägliche Förderrate ließe sich auf rund 1,1 Milliarden Kubikmeter steigern.

Teheran und Neu-Delhi sind jedoch daran gescheitert, dazu einen entsprechenden Handelsvertrag aufzusetzen. Der iranische Präsident Hassan Ruhani und der indische Premierminister Narendra Modi hatten sich ursprünglich noch optimistisch gezeigt.

Die Situation verschlechterte sich jedoch, als der Iran die Vergabe von Förderrechten an den indischen Entdecker des Feldes verzögerte. Indien forderte 354 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Farzad-B-Erdgasfeld für sich ein. Als Teheran keine Bewegung zeigte, beschloss Neu-Delhi, Ölimporte aus dem Iran um ein Fünftel, also rund 190.000 Barrel pro Tag, zu reduzieren.

Iran veränderte die Verkaufskonditionen

Auf diese indische Reaktion antwortete Iran mit einer Verkürzung des Zahlungsziels für indische Raffinerien auf 60 Tage. Iran ist Indiens drittgrößter Erdöl-Lieferant. Bisher erhielten indische Raffinerien ein Ziel von 90 Tagen.

Die iranischen Ölverkaufsbedingungen waren für Indien äußerst attraktiv, da andere Staaten im Nahen Osten im Schnitt nur eine Zahlungsfrist von 15 Tagen anbieten. Zudem verschiffte Teheran das Erdöl recht günstig. So belaufen sich die Kosten für die Fracht nur auf 20 Prozent der durchschnittlichen Kosten für eine Standard-Seefracht.