Sprunghafter Ölpreisanstieg, nachdem Nachbarländer Katar wegen Terrorunterstützung isolieren

Sprunghafter Ölpreisanstieg, nachdem Nachbarländer Katar wegen Terrorunterstützung isolieren
Mohammad bin Saleh al-Sada, Doha, Katar, 17. April 2016.
Die Rohölpreise stiegen am Montag an, nachdem die Nachricht bekannt wurde, dass Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Jemen die diplomatischen Beziehungen zu Katar eingestellt haben und das Land der Terrorismusunterstützung beschuldigen.

Das Barrel Brentöl stieg um 28 Eurocent und überschritt damit die 50-Dollar-Marke, während die Sorte US West Texas Intermediate um 30 Cent pro Barrel teurer wurde.

Katar ist der größte Lieferant von verflüssigtem Erdgas (LNG). Es ist auch ein wichtiger Exporteur von Erdgaskondensat, einer Flüssigkeit, aus der sowohl Brennstoffe als auch Kunststoffe erzeugt werden können. Das Land fördert auch 1,48 Millionen Barrel Öl pro Tag und ist Mitglied der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC).

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"Ich denke, es wird immer noch ein bisschen über die wahre Wirkung debattiert werden, die es auf dem Ölmarkt haben kann", erklärte der Stratege Olivier Jakob bei Petromatrix.

"Im Hinblick auf die Ölströme ändert es nicht viel, aber es gibt eine weitergehende geopolitische Wirkung, die man berücksichtigen muss", fügte Jakob hinzu. Er erklärte, dass die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den OPEC-Mitgliedern Katar und Saudi-Arabien das vom Kartell geführte Abkommen über Produktionskürzungen stören könnte.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind die wichtigsten Rohölexporteure der OPEC, mit einem wesentlich bedeutenden Einfluss auf die globalen Ölpreise.

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Seit dem 25. Mai, als die OPEC, Russland und andere Länder ankündigten, dass sie die Fördermenge um weitere neun Monate bis zum Jahr 2018 drosseln würden, sind Brent Futures um sieben Prozent gefallen, und dieser Trend scheint sich fortzusetzen.

Die Rohölproduktion in den Vereinigten Staaten, die nicht an dem Deal teilnehmen, ist seit dem letzten Jahr um zehn Prozent auf 9,34 Millionen Barrel pro Tag gestiegen und nähert sich dem Niveau der Top-Produzenten Saudi-Arabien und Russland an.

"Die Anleger bezweifeln weiterhin die Fähigkeit der OPEC, den Ölmarkt neu auszugleichen, da der Rohölpreis weiterhin durch weitere Anzeichen einer steigenden US-Ölförderung unter Druck steht", gab die ANZ Bank bekannt.