800 % Handelswachstum: Russland-geführte Eurasische Wirtschaftsunion und Indien planen Freihandel

800 % Handelswachstum: Russland-geführte Eurasische Wirtschaftsunion und Indien planen Freihandel
Die Eurasische Wirtschaftsunion, angeführt von Russland, wird Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Indien während des Sankt Petersburger Wirtschaftsforums beginnen. Das teilte ein hochrangiger Beamter aus dem indischen Handelsministerium mit. Das Abkommen könnte den Handel zwischen den beteiligten Staaten dramatisch erhöhen.

„Ich freue mich, ihnen mitzuteilen, dass 175 Millionen Bürger der Eurasischen Wirtschaftsunion mit 1,2 Milliarden Bürgern Indiens an der Schwelle einer neuen Wirtschaftspartnerschaft stehen. Trotz enger Beziehungen liegt das aktuelle Handelsvolumen bei nur 8,4 Milliarden US-Dollar“, sagte der indische Staatssekretär für Industriepolitik Ramesch Abhischek gegenüber der Nachrichtenagentur TASS.

Der indische Beamte informierte, dass bereits eine Studie zur Machbarkeit einer Freihandelszone zwischen der Eurasischen Wirtschaftsunion und Indien 2015 in Auftrag gegeben wurde. Abhischek äußerte:

Dem Bericht zufolge ist es denkbar, dass das Handelsvolumen in zehn Jahren etwas zwischen 57 und 62 Milliarden US-Dollar erreichen könnte.“

 „Es wird wahrscheinlich sehr bald eine gemeinsame Erklärung über die Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen verfasst“, fügte er hinzu.

Die Eurasische Wirtschaftsunion wurde 2015 auf Grundlage einer Zollunion zwischen Russland, Kasachstan und Weißrussland gegründet. Armenien und Kirgisistan schlossen sich später an.

Die Eurasische Wirtschaftskommission erwartet, dass die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft in den nächsten zwei Jahren das Freihandelsabkommen mit Indien unterzeichnet, gab die Handelsministerin der eurasischen Union Veronika Nikischina gegenüber RIA Novosti bekannt. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll noch am dritten Juni auf dem Sankt Petersburger Wirtschaftsforum unterzeichnet werden.

Ein Frachtschiff ankert im Hafen von New York, 29. Januar 2016

Indien werde auch zum offiziellen Mitglied der Shanghaier Organisation für Kooperation. Beschlossen wird die Mitgliedschaft beim Gipfel der Organisation im Juni, bemerkte der russische Präsidentenberater Yuri Uschakow.

Die Organisation wurde 2001 in Shanghai von den Staatsführern Chinas, Russlands, Kasachstans, Kirgisistans, Tadschikistans und Usbekistans gegründet. Pakistan und Indien erhielten 2016 einen Mitgliedschaftsstatus. Beide Länder sollen dieses Jahr vollkommene Mitglieder werden.

Laut der Nachrichtenagentur TASS werden Russland und Indien auch ein Abkommen zum Bau zweier Reaktoren für das indische Atomkraftwerk in Kudankulam unterzeichnen. Der Deal soll beim Besuch von Narendra Modi in Moskau unterzeichnet werden. Ziel ist es, 12 russische Atomreaktoren in Indien in den nächsten 20 Jahren zu errichten, sagte Uschakov.