Profit auf Kosten Venezuelas: Nationalversammlung stellt sich gegen Goldman-Milliardenanleihen

Profit auf Kosten Venezuelas: Nationalversammlung stellt sich gegen Goldman-Milliardenanleihen
In Venezuelas Nationalversammlung herrscht Empörung über Goldman Sachs. Das Bankhaus habe Anleihen der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA deutlich unter deren Nennwert erworben. Parlamentarier plädieren dafür, die umstrittene Transaktion nicht anzuerkennen.

Es ist offensichtlich, dass sich Goldman Sachs dazu entschlossen hat, vom Leiden des venezolanischen Volkes zu profitieren", schrieb Julio Borges, der Sprecher des oppositionsgeführten Kongresses, in einem offenen Brief an den Goldman-Chef Lloyd Blankfein.

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"Angesichts der unregelmäßigen Natur dieser Transaktion und der absurden finanziellen Bestimmungen, die zu Lasten Venezuelas und seines Volkes gehen, wird die Naitonalversammlung bald eine Untersuchung in dieser Angelegenheit einleiten. Ich beabsichtige auch, jeder künftigen demokratischen Regierung von Venezuela zu empfehlen, diese Anleihen nicht anzuerkennen oder zu bezahlen", erklärte Borges.

Wette auf Kursentwicklung des staatlichen Ölkonzerns

Vergangene Woche kaufte das regelmäßig seiner Investitionspraktiken wegen in der Kritik stehende New Yorker Finanzhaus Goldman Sachs Anleihen des staatlichen Erdölunternehmens PDVSA aufgekauft. Der Kaufpreis betrug dem offiziellen Nennwert zufolge 2,8 Milliarden US-Dollar. Goldman Sachs wettet nun darauf, dass sich die Werte des Unternehmens mehr als verdoppeln, berichtete das Finanz-Fachblatt Wall Street Journal am Sonntag.

Der Bericht nimmt an, dass Goldman gemessen am Nennwert tatsächlich eigentlich nur 31 Cent auf den US-Dollar zahlte, also nur 865 Millionen US-Dollar für die Anleihen, die 2014 an die PDVSA ausgegeben wurden.

Die US-Bank reagierte auf kritische Reaktion mit der Verteidigung, dass es die Anleihen nicht von der Regierung kaufte, sondern auf einem sekundären Markt von einem Makler.

Wir investieren in PDVSA-Anleihen, weil wir wie viele in der Vermögensverwaltungsbranche glauben, dass sich die Situation im Land mit der Zeit verbessern muss", zitierte der US-Sender CNBC Goldman Sachs.

"Es kann nur noch besser werden"

Was die Bank gemacht habe, sei ein alltäglicher marktüblicher Vorgang, hieß es aus deren Vorstandsetage:

Viele Investoren machen ähnliche Investitionen täglich über Investmentfonds, Indexfonds und ETFs, die auch PDVSA-Anleihen halten. Wir erkennen, die Situation ist komplex. Venezuela ist in der Krise. Wir sind uns einig, dass sich das Leben dort bessern muss. Wir sind davon überzeugt, dass es sich verbessern wird.

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