Auf nach Osten? Wirtschaftsvertreter wirbt für Investitionen in Asien

Auf nach Osten? Wirtschaftsvertreter wirbt für Investitionen in Asien
Die chinesische Metropole Schanghai
Asien-Woche in Berlin: Erst trifft die Bundeskanzlerin den indischen Premier Narendra Modi. Danach den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. Der Stellenwert beider Länder für die heimische Wirtschaft ist riesig.

Deutsche Unternehmen sollten trotz angeblicher Benachteiligungen stärker in Indien und China investieren. Das empfiehlt ihnen der Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (APA), Hubert Lienhard. Nur so könne man am Wachstum der Riesennationen teilhaben.

Das halte ich für die Grundregel", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft an diesem Dienstag den indischen Premierminister Narendra Modi zu deutsch-indischen Regierungskonsultationen. Am Mittwoch ist Chinas Ministerpräsident Li Keqiang in Berlin zu Gast, am Donnerstag findet in Brüssel der EU-China-Gipfel statt.

Zusammengenommen seien Indien und China für die deutsche Wirtschaft jetzt schon "numero uno", sagte Lienhard. Aufgrund der Vielzahl an Menschen werde das Zentrum der Weltwirtschaft in 20, 30 oder 40 Jahren in Asien liegen.

Es werden da riesige Firmen entstehen in den riesigen Märkten," erklärte der Experte.

Allein in China und Indien leben zusammengenommen fast 1,7 Milliarden Menschen.

Einige Kreise werfen allerdings den östlichen Großmächten vor, ausländische Firmen stark zu benachteiligen. Einheimische Unternehmen sollen bei öffentlichen Ausschreibungen bevorzugt werden, in China besteht für deutsche Firmen außerdem noch immer ein Joint-Venture-Zwang.

An den Börsen verloren chinesische Aktien leicht an Wert und der Yuan gab zum Dollar nach. Spätere Stützungskäufe der Regierung retteten den Aktienindex Shanghai Composite jedoch in letzter Minute wieder ins Plus.

Nach dem gescheiterten G7-Gipfel betonte Lienhard, man dürfe jetzt nicht in Opposition zu den USA gehen. Stattdessen müsse man US-Präsident Donald Trump mit Argumenten überzeugen - etwa den 700.000 Arbeitsplätzen, die deutsche Firmen in den USA schaffen.

Ich denke, wir haben eigentlich eine gute Geschichte zu erzählen da drüben. Und ich denke, das sollten wir nachhaltig tun.

Trump hatte zuletzt immer wieder mit Maßnahmen gedroht, die andere westliche Regierungen als protektionistisch auffassten. Beim G7-Gipfel konnte ein Handelsstreit nur knapp entschärft werden.

In knapp sechs Wochen kommen die 20 Industrie- und Schwellenländer (G20) zu einem Gipfel in Hamburg zusammen. Gerade für die Europäer sei es dann wichtig,

eine gemeinsame Position zu formulieren und diese dann nachhaltig zu vertreten", sagte Lienhard.

Er warb erneut für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien sowie für ein Investitionsabkommen mit China. Dies würde mehr helfen, als "Herrn Trump zu zeigen, dass wir das anders oder besser können". Trump sei gewählt und das müsse man akzeptieren. (dpa/rt deutsch)