Trotz Sanktionen: Ostausschuss erwartet über zehn Prozent mehr Handel mit Russland

Trotz Sanktionen: Ostausschuss erwartet über zehn Prozent mehr Handel mit Russland
Wirtschaftlich sieht es zunehmend besser aus, zwischen Deutschland und Russland. Politisch gibt es noch viel Arbeit.
Sanktionen hin oder her - Russland kommt langsam aber sicher aus der Wirtschaftskrise heraus. Der Handel wächst wieder und die deutsche Wirtschaft sieht ihre Chancen optimistisch. Zudem sinkt das russische Staatsdefizit. Und der Rubel zeigt sich zunehmend stärker.

Nach vier Jahren Rückgang im Handel zwischen Deutschland und Russland erwartet der Ostausschuss der deutschen Wirtschaft für das Jahr 2017 wieder ein zweistelliges Wachstum.

10 Prozent und mehr halte ich für nachhaltig möglich,

sagte der Vorsitzende Wolfgang Büchele der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. Voraussetzung sei, dass Ölpreis und Rubelkurs stabil blieben.

Nach einem Höchststand von 80,6 Milliarden Euro im Jahr 2012 ist der bilaterale Handel 2016 auf 48 Milliarden Euro gesunken. Dazu haben fehlende Reformen in Russland, der niedrige Ölpreis und die Sanktionen zwischen EU und Moskau seit der Ukraine-Krise im Jahr 2014 beigetragen.

Die Talsohle der russischen Wirtschaftskrise sei durchschritten, sagte Büchele. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg der deutsch-russische Handel in den ersten zwei Monaten 2017 sprunghaft um 37,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an und erreichte 9,5 Milliarden Euro. Büchele sah dabei einen Sondereffekt:

In diesem Winter hat aufgrund der Witterungsbedingungen der deutsche Gasimport substanziell zugelegt.

Doch Russland habe mit dem steigenden Rubel auch wieder mehr Kaufkraft, um in Deutschland einzukaufen.

Der Ostausschuss-Vorsitzende sprach in Moskau mit Vizeregierungschef Igor Schuwalow und Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin über die Investitionsbedingungen für deutsche Firmen in Russland. Die fortdauernden Sanktionen spielten in den Gesprächen derzeit keine Rolle, berichtete er.

Das ist ein Thema, mit alle Seiten gelernt haben zu leben.

Er rechne vor der Wahl in Deutschland nicht mit einer Änderung der Sanktionspolitik. Der Ostausschuss mit Sitz in Berlin vertritt die Interessen der deutschen Wirtschaft im Geschäft mit den Ländern Osteuropas und Zentralasiens.

(rt deutsch/dpa)

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