Russischer Energie-Riese Gazprom beginnt mit Bau von Turkish Stream

Russischer Energie-Riese Gazprom beginnt mit Bau von Turkish Stream
Die Gazprom hat mit dem Bau der Pipeline Turkish Stream von Russlands Schwarzmeerküste in die Türkei begonnen. Das teilte Geschäftsführer Alexei Miller am Sonntag mit. In der Vorwoche gab es ein Treffen zwischen den Präsidenten Putin und Erdogan in Sotschi.

Heute haben wir mit der praktischen Umsetzung des Turkish Stream Gas-Pipeline-Projekts begonnen, genauer mit dem Offshore-Abschnitt der Pipeline. Das Projekt wird streng nach Plan realisiert und bis Ende 2019 werden unsere türkischen und europäischen Kunden eine neue, zuverlässige Quelle für den Import von russischem Gas bekommen", sagte Miller in einer Erklärung.

Der Bau des Abschnitts der Pipeline hat an der Küste der Region Krasnodar begonnen. Miller erklärte, dass das Rohrlegeschiff Audacia die ersten Arbeiten durchführen werde. Dieses Schiff ist Eigentum der Firma Allseas, die als Hauptauftragnehmer im Zusammenhang mit dem Projekt gilt. Das Unternehmen soll dabei zwei Leitungen mit einer Länge von jeweils über 900 Kilometern verlegen.

Großalbanische Nationalisten, George Soros und die EU sind nur einige der zahlreichen Akteure, die einen aktiven Gestaltungsanspruch auf dem Westbalkan erheben. Für den außenpolitischen Ausschussvorsitzenden im EP, David McAllister, stört hingegen nur Moskau die andernfalls absehbare Harmonie.

Die erste Pipeline soll russisches Gas mit einer maximalen Kapazität von ungefähr 15,8 Milliarden Kubikmetern direkt in die Türkei liefern. Die zweite Leitung soll der Versorgung europäischer Kunden mit Erdgas dienen.

Die dringend erwartete Ankündigung Millers folgte auf das Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen türkischem Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in der russischen Schwarzmeerferienstadt Sotschi am 3. Mai.

Das Turkish-Stream-Projekt, das Putin und Erdogan in Istanbul im Oktober 2016 vertraglich festgeschrieben hatten, war einer der Kernpunkte auf der Tagesordnung des Treffens. Am darauffolgenden Tag erzählte Miller Putin, dass Gazprom alle vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen habe und "bereit [wäre], die Meerstrecke der Turkish-Stream-Gaspipeline in ein paar Tagen in Angriff zu nehmen".

Eiszeit nach Su-24-Abschuss hat Projekte verzögert

Die politischen Führungen beider Ländern hatten das Projekt mit seinen geschätzten Gesamtkosten von 11,4 Milliarden Euro ursprünglich bereits im Dezember 2014 angekündigt. Es wurde jedoch nach dem Abschuss eines russischen Su-24-Bombers durch die türkische Luftwaffe im November 2015 eingefroren. Dem Konflikt folgten starke Verschlechterungen der Beziehungen, Reisebeschränkungen und Wirtschaftssanktionen. Eine Reihe gemeinsamer Infrastruktur-Projekte lag auf Eis.

Seit letztem August jedoch, nachdem die Türkei sich öffentlich für den Abschuss des Fliegers entschuldigt hatte, kehrten viele der eingefrorenen Projekte, wie der Bau des ersten nuklearen Kraftwerks in der Türkei und das Projekt Turkish Stream, wieder zurück auf die Tagesordnung.

Nach dem Abkommen im Oktober wird Russland den maritimen Sektor beider Turkish-Stream-Pipelines bauen und besitzen, während die Türkei den Bau des Landteils und der Zweigniederlassungen übernimmt, die Gas an ihre Bürger liefern werden.

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