Heckler & Koch bauen Fabrik in den USA: Deutsche Waffen für amerikanische Zivilisten

Heckler & Koch bauen Fabrik in den USA: Deutsche Waffen für amerikanische Zivilisten
Training zur Waffensicherheit für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren, in Illinois, USA, 21. April 2015.
Der deutsche Waffenhersteller Heckler und Koch baut ein Werk in den USA, um auch unter Trump vom größten zivilen Waffenmarkt profitieren zu können und Restriktionen von Waffenlieferungen nach Nahost zu kompensieren. Das Waffenarsenal soll sich aber auf Pistolen, Sport- und Jagdgewehre beschränken.

Pistolen, sowie Sport- und Jagdgewehre will die deutsche Vorzeigemarke Heckler und Koch künftig in den USA bauen lassen. Rund 23 Millionen Dollar soll der neue Standort in den USA kosten. Bereits heute bestimmen die USA 40 Prozent des Umsatzes des deutschen Rüstungsherstellers. Heckler und Koch hatte zuvor in Saudi-Arabien und Pakistan Fabriken errichtet, für welche sie die Kauflizenzen unterhielten. Kontakte hierhin wurden aber abgebrochen. Das Werk in den USA soll im Bundesstaat Georgia entstehen. Der Firmenchef Scheuch:

Der amerikanische Markt ist der mit Abstand größte zivile Waffenmarkt auf der Welt.

XM25 ist ein halbautomatischer Granatwerfer mit der Fähigkeit, programmierbare Munition zu verschießen.

Die Firma wurde nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahr 1949, von Edmund Heckler und Alex Seidel gegründet. Während die Firma am Anfang Ersatzteile für Haushaltsmaschinen und Fahrräder herstellte, avancierte das Unternehmen 1955 bald darauf zu einem reinen Rüstungsunternehmen. Der Nachrichtensender CNN zog einen Vergleich zwischen Terrorismusopfern und Opfern von Waffen. Zwischen 2001 und 2014 kamen 440.095 amerikanische Zivilisten in den USA durch Waffengewalt ums Leben. Diese Zahl beinhaltet alle Arten von Gewalt, auch Selbstmorde. Zum Vergleich belief sich die Zahl amerikanischer Todesopfer durch Terrorismus im Ausland nur auf 369. Im US-Inland waren es insgesamt 3.043 Opfer.

Heckler und Koch ist in den USA beliebt und gilt als zuverlässige Waffe. Der Fokus auf den amerikanischen Markt ist auch eine Antwort auf weitere Restriktionen an Waffenexporten in den Mittleren Osten. Andreas Heeschen, der 51 Prozent der Anteile Heckler und Kochs besitzt:

Wenn uns die Politik zwingt praktisch keine Verkäufe in den Mittleren Osten zu tätigen, müssen wir nach Alternativen suchen. Wir werden das NATO-Geschäft und den zivilen US-Markt ausweiten. Auf dem Markt sind wir die Porsches unter den Waffen.

Für die Firma ist der Schritt ein Weg, um kostspielige Wechselkurse und Exporterschwernisse, die mit der Regierung Trumps befürchten werden, zu umgehen. Das Jahr 2016 war für Heckler und Koch besonders lukrativ. Da die Zivilbevölkerung fürchtete, bei einem Sieg Hillary Clintons von Waffenkäufen durch verschärfte Gesetze abgehalten zu werden, wurde viel gekauft. Waffen zur Nutzung des Militärs sollen aber weiterhin nur in Deutschland produziert werden.

In seinem amerikanischen Twitter-Account rühmt sich Heckler und Koch mit dem Hashstag "No Compromise". Und so heißt Heckler und Koch das Wochenende in den USA willkommen: